Pilotprojekt für Berlin

Friedrichstraße wird im Sommer autofrei

Die Friedrichstraße in Mitte soll im Sommer zur Fußgängerzone werden. Die Pläne sind ein Pilotprojekt des Senats.

Die Friedrichstraße soll zu bestimmten Zeiten zur Fußgängerzone werden.

Die Friedrichstraße soll zu bestimmten Zeiten zur Fußgängerzone werden.

Die Friedrichstraße in Mitte soll autofrei werden. Nach Informationen der Berliner Morgenpost plant die Senatsverkehrsverwaltung unter Regine Günther (parteilos, für Grüne), die Einkaufsstraße in Mitte noch in diesem Sommer temporär zu einer autofreien Zone zu erklären. Geplant ist demnach, den Abschnitt zwischen Unter den Linden und Leipziger Straße zur Fußgängerzone zu machen. Die Maßnahme soll ein Pilotprojekt für den Verkehr in Berlin werden.

„Wir bereiten gerade eine Veranstaltung mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, dem Bezirksamt Mitte und den Anrainern vor, um das weitere Verfahren zu besprechen“, sagte Mittes Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) der Berliner Morgenpost. Noch in dieser Woche solle eine Einladung rausgehen.

Friedrichstraße könnte im Sommer für verlängerte Wochenenden autofrei werden

Auch die Senatsverkehrsverwaltung bestätigte den geplanten Termin. „Noch im Mai wird es ein erstes Treffen geben“, sagte ein Sprecher. Zu genauen Ideen oder der Planung wollten sich weder die Senatsverwaltung noch der Bezirksbürgermeister äußern.

Laut Informationen der Berliner Morgenpost könnte die Friedrichstraße über den Zeitraum der Sommerferien jeweils für verlängerte Wochenenden für Autos gesperrt werden.

Von Dassel: „Ohne Konzept ist das tot“

Mittes Bezirksbürgermeister von Dassel spricht sich seit längerem für eine autofreie Friedrichstraße aus. Er kritisierte den Zustand der Friedrichstraße bereits mehrfach. In der Geschäftsstraße sei nichts los. Das könnte besser sein, wenn die Straße autofrei wäre. Doch zu einfach dürfe man es sich dabei nicht machen, meinte der Bezirksbürgermeister. „Eine Fußgängerzone kommt nicht dadurch, dass man die Straße dicht macht. Ohne Konzept ist das tot.“

Von Dassel setzt sich dafür ein, Pläne für eine autofreie Friedrichstraße mit einem Veranstaltungskonzept zu kombinieren. Das könne nur mit den Ladenbesitzern vor Ort zusammen entstehen. Nach Informationen der Berliner Morgenpost plant auch die Senatsverkehrsverwaltung begleitende Veranstaltungen auf der Friedrichstraße. Ein möglicher Anlass dafür könnte etwa die Fête de la Musique am 21. Juni sein.

Verein fordert Straßensperrung in der gesamten letzten Sommerferienwoche

Angestoßen hatten die Debatte um eine autofreie Friedrichstraße die Vereine Stadt für Menschen und Changing Cities. Im vergangenen Dezember ließen Sie die Friedrichstraße an einem Sonnabend einmalig für eine Veranstaltung sperren. „Wir verfolgen die neue Entwicklung mit Interesse, unsere Unterstützung ist gewiss“, sagte Matthias Dittmer von Stadt für Menschen und zugleich Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Mobilität der Grünen.

Der Verein hatte ursprünglich für den 11. Mai eine weitere Sperrung der Friedrichstraße im Rahmen eines Tags des Lesens angestrebt. Angesichts der neuen deutlichen Bewegung bei dem Thema zwischen Senat und Bezirk, habe der Verein jedoch beschlossen, darauf zu verzichten.

„Wir freuen uns sehr, wenn den progressiven Worten auch konkrete Taten folgen“, sagte Dittmer. Der Verein rege an, die Straße in der letzten Woche der Sommerferien durchgängig für den Autoverkehr zu sperren. Sollte aus den Plänen von Senat und Bezirk nichts werden, kündigte Dittmer an, dass der Verein wieder aktiv dafür kämpfen wolle.

FDP warnt vor „Verkehrskollaps“

Der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion Tino Schopf begrüßte die Pläne der Senatsverkehrsverwaltung. Zugleich verwundere ihn der Vorstoß der Senatsverkehrsverwaltung, da die SPD derzeit dabei sei, einen entsprechenden Antrag einzubringen. „Und plötzlich setzt sich die Senatsverwaltung vor das Thema“, sagte Schopf. Er betonte, dass bei einer solchen Maßnahme auch die Folgen im Blick sein müssten. Alle freuten sich, dass die Friedrichstraße autofrei werde. „Aber wir müssen gucken, dass sich der Verkehr nicht einfach in die Seitenstraßen verlagert.“

Vor einem „Verkehrskollaps im gesamten Regierungsviertel“ warnte der FDP-Fraktionsvorsitzende Sebastian Czaja. Eine autofreie Friedrichstraße würde zudem den Geschäften, Restaurants und medizinischen Einrichtungen schaden.

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