Die Fahrt mit dem Rad ins Stadtzen­trum soll schneller werden. Dafür plant der Senat aktuell elf Radschnellverbindungen. Bei der ersten Verbindung werden die Pläne nun konkreter. Für die Route entlang des Teltowkanals hat Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) am Donnerstagabend erstmals die konkreten Streckenpläne vorgestellt. Noch wurde der endgültige Verlauf nicht festgelegt. „Die Planungen sind noch nicht abgeschlossen“, sagte Günther.

Gerade durch diese und eine folgende öffentliche Veranstaltung solle auch die Meinung der Bürger zum möglichen Streckenverlauf eingeholt werden. Die Verkehrssenatorin zeigte im Rathaus Schöneberg jedoch bereits, welcher Weg bei den Planern als die „fachlich am besten bewertete Route“ gilt. Sie beginnt an der Wismarer Straße in Lichterfelde, von dort führt sie entlang des Uferwegs am Teltowkanal bis nach Steglitz. Nach der Siemensstraße verlässt die Route den Wasserlauf und folgt den Nebenstraßen wie der Borstellstraße nach Norden. Über die Liebenowzeile würde der Radschnellweg die Sembritzkistraße erreichen und schließlich nach dem S-Bahnhof Priesterweg durch den Hans-Balluschek-Park der Bahntrasse folgen. Am Bahnhof Südkreuz vorbei führt die Schnellwegroute entlang der Gleisanlagen bis zur Kolonnenstraße, wo sie auf die Radwege in und um den Gleisdreieckpark trifft.

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Für Radfahrer dürfte es auf der neuen Strecke deutlich schneller gehen. Auf dem Abschnitt zwischen Lichterfelde Süd und Südkreuz verkürzt sich die Fahrzeit von 32 auf 22 Minuten, ergab eine Untersuchung der Senatsverkehrsverwaltung – eine Minute weniger als Autofahrer für den Weg brauchen. Die Planer erwarten, dass dadurch täglich 1800 Autofahrten durch das Rad ersetzt werden.

In der Verkehrsverwaltung hofft man, die endgültige Route bis Mitte 2019 zu finden. Gebaut wird der erste Schnellweg erst ab 2022, vorgesehene Fertigstellung 2024. Nicht überall entlang der Strecke wird viel zu machen sein. Auf einigen Abschnitten gibt es bereits heute glatt asphaltierte Wege. Am S-Bahnhof Priesterweg führt der Weg parkeinwärts jedoch zunächst über mehrere Hundert Meter Kopfsteinpflaster. Entlang des Teltowkanals ist der künftige Radschnellweg heute noch teilweise eine grobe Schotterpiste. Hier hat die Verkehrsverwaltung noch einiges zu tun, ehe die Wege wirklich radfahrfreundlich sind. Für die Radschnellverbindungen ist vorzugsweise Asphalt vorgesehen. Wo dieser heute noch nicht liegt, wird im Zweifel das Kopfsteinpflaster weichen, heißt es aus der Senatsverkehrsverwaltung. Ausnahmen würden nur für Wege unter Denkmal- schutz gemacht. Hier könnte das bestehende Pflaster im Zweifel aufwendig und teuer geglättet werden.

Bäume und Parkplätze könnten weichen müssen

Für Diskussionen dürften auch noch Fragen des Natur- und Landschaftsschutzes sorgen. Wird etwa der Radweg entlang des Teltowkanals deutlich verbreitert und asphaltiert, könnten dafür Bäume gefällt werden. Der Naturschutz könne eine Beeinträchtigung bei der Planung sein, sagte Katja Krause, Geschäftsführerin der Gesellschaft Infravelo, die die Pläne für den Senat ausführt. „Wir sind im Naturraum und müssen entsprechend agieren.“ Dabei werde es aber auch zu Eingriffen kommen. An anderer Stelle werden wohl Parkplätze für die breiten Radwege weichen.

Bisher rechnet die Senatsverwaltung mit Kosten in einer Größenordnung von rund fünf Millionen Euro. In beide Richtungen sei jedoch noch Spielraum. Wie viele Radfahrer die zehn Kilometer lange Strecke am Ende nutzen könnten, weiß man in der Senatsverkehrsverwaltung derzeit noch nicht. An der Oberbaumbrücke seien momentan täglich 20.000 Räder unterwegs, sagte Krause. „Das ist auch hier ein Ziel.“ Bis zum Jahr 2024 soll bei allen elf Radschnellwegen der Bau begonnen haben. Irgendwann könnten sie auch bis nach Brandenburg führen. Eine Prüfung möglicher Verlängerungen der Radwege ins Umland haben die beiden Länder bei ihrer gemeinsamen Kabinettssitzung am Dienstag beschlossen.