Tiergarten

Abriss - Café am Neuen See wird neu gebaut

Auf dem Gelände an der Lichtensteinallee rollen die Bagger. Weißer Pavillon bleibt erhalten, der Rest wird bis April neu errichtet.

Bauarbeiten am Café am Neuen See

Bauarbeiten am Café am Neuen See

Foto: jörg Krauthöfer /Funke MedienGruppe

Berlin. Ordentlich Lärm statt Natur-Idylle: Das bekannte „Café am Neuen See“ im Tiergarten ist eine Baustelle. Besitzer Roland Mary baut um. Alles soll ein bisschen größer und neuer werden, von der Küche bis zum Lager. Bereits 2017 hatten dafür die Bauarbeiten begonnen, jetzt rollen auf dem Grundstück an der Lichtensteinallee die Bagger. Vor einem Jahr wurden hier zwei alte Hochbunker gesprengt, die an das Café gegrenzt und so die Bewirtungsfläche eingeschränkt hatten. Jetzt wird auch das Lokal, mit Ausnahme des weißen Pavillons, abgerissen. Dieser soll erhalten bleiben, damit der alte Charme zumindest ein Stück weit erhalten bleibt.

Für die Gäste bedeutet das neben einer Baustellen-Atmosphäre auch den Gang in das hölzerne Nebengebäude. Hier will Mary auch während des Umbaus die Bewirtung aufrechterhalten. Im Januar allerdings, aufgrund des entstehenden Lärms durch das Abfräsen der alten Betonflächen, unter der Woche erst ab 16 Uhr. An Wochenende öffnet das Café wie bisher um 9 Uhr morgens. Geht es nach Mary, der außer dem „Café am Neuen See“ auch das Promi-Restaurant „Borchardt“ an der Französischen Straße in Mitte leitet, soll der Neubau bis April fertiggestellt sein, wie er dem Rundfunk Berlin-Brandenburg sagte. Sofern der Winter denn mild bleibt und die Arbeiten rasch voranschreiten können. Der gesamte Umbau dauert danach aber noch bis Ende des Jahres. Nur im Sommer, wenn im Biergarten bei Sonnenschein wieder Hochkonjunktur herrscht, sollen die Arbeiten ruhen.

Das „Café am Neuen See“ gilt als Institution in Berlin: gegründet im Jahr 1896 und 51 Jahre später ergänzt um den bekannten Flachbau. In den 90er-Jahren verhalf Mary dem Café schließlich zu neuem Glanz, der fortan Prominente und hochrangige Politiker wie den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl anlockte. Damit das so bleibt, investiert der gelernte Optiker und Kfz-Mechaniker jetzt für die Zukunft.