Lautstarkes Video

Wegen Bar-Babette-Schließung: Bürgermeister geht Investor an

Wegen Investor Nicolas Berggruen musste die Bar Babette in Mitte schließen. Jetzt geht Bürgermester von Dassel ihn in einem Video an.

In einem Video vor der geschlossenen Bar Babette geht Mittes Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel den Investor Nicolas Berggruen an 

In einem Video vor der geschlossenen Bar Babette geht Mittes Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel den Investor Nicolas Berggruen an 

Foto: Stephan von Dassel / Twitter

Berlin. Für viele war es ein trauriger Moment, als die beliebte „Bar Babette“ an der Karl-Marx-Allee in Mitte Ende September schließen musste. Eine Institution ging dem Kiez verloren und einer der wenigen öffentlichen Treffpunkte im Viertel. Grund für das Aus war, dass der Besitzer des 60er-Jahre-Glaspavillons, der deutsch-US-amerikanische Investor Nicolas Berggruen, den befristeten Mietvertrag nicht verlängert hatte.

Seitdem ist es rund um die einstige Prachtstraße des sozialistischen Ostberlins ziemlich still geworden. Dieser Zustand ist auch Mittes Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) ein Dorn im Auge. In einem am Dienstagabend auf dem Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichten Video ist zu sehen, wie er heftig an den verschlossenen Türen der ehemaligen Bar rüttelt und ruft: „Berggruen, gib unser ‚Babette‘ zurück!“ Darauf folgt eine abwertende Geste in Richtung des Investors.

„Das war aktive Trauerarbeit“, sagte von Dassel am Mittwoch der Berliner Morgenpost. „Ich laufe regelmäßig an der leeren ,Bar Babette‘ vorbei, jedes Mal blutet mir das Herz“, so der Bürgermeister. Nach dem Bekanntwerden der geplanten Schließung des „Babette“ habe sein Bezirksamt einen Brief an Nicolas Berggruen geschrieben. Der Investor habe darauf aber nicht reagiert. „Herr Berggruen ist nicht dafür bekannt, lokalpolitische Entwicklungsperspektiven als Maßstab für sein Handeln zu nehmen“, sagte von Dassel.

Dem streitbaren Geschäftsmann Berggruen gehörte in der Vergangenheit kurzzeitig die Kaufhauskette Karstadt. In Mitte erwarb der Sohn des berühmten Berliner Kunsthändlers Heinz Berggruen vor zehn Jahren auch das „Café Moskau“ an der Karl-Marx-Allee. In dem denkmalgeschützten Gebäude, zu dem auch die „Bar Babette“ gehörte, finden jedoch seit Jahren nur noch Events und Messen für ein ausgewähltes Publikum statt. Dies ist auch für die Räume der „Bar Babette“ vorgesehen. Die früheren Betreiber haben mittlerweile ein anderes Zuhause gefunden: Mitte Oktober hat das „Café Babette“ neue Räume im alten Sudhaus des Kindl-Zentrums für zeitgenössische Kunst in Neukölln bezogen.

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