Räumungsaktion

Illegale Camper verspeisten Schwäne im Tiergarten

Mehrere Lager von Campern im Tiergarten sind bereits am Donnerstag geräumt worden - auch weil sie Tiere getötet haben.

Tiergarten

Tiergarten

Foto: Sergej Glanze

Der Bezirk Mitte hat mit Hilfe der Polizei jetzt mehrere Lager sogenannter Wildcamper im Großen Tiergarten sowie dem Umfeld der Parkanlage räumen lassen. Das teilte der neue Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) am Freitag mit.

Die provisorischen Unterkünfte, in denen sich überwiegend Menschen aus Osteuropa, aber auch aus Italien aufhielten, haben sich demnach am Zooverbindungsweg und an der Lessingbrücke befunden. In den wilden Camps würden „zumeist EU-Bürger ohne Sozialhilfeansprüche“ übernachten, die hygienische Situation sei „katastrophal“, so der Bezirksbürgermeister.

Bei allem Verständnis für die schwierigen Lebensumstände könnte das wilde Kampieren im Gartendenkmal Großer Tiergarten nicht toleriert werden. Neben der Vermüllung habe sich das Problem ergeben, dass von den Camp-Bewohnern im Tiergarten lebende Tiere zur Nahrungsbeschaffung getötet werden. Laut "Tagesspiegel" handelte es sich dabei um Schwäne. Von Dassel spricht zudem von „zunehmender Aggression der dort lebenden Menschen gegen die Dienstkräfte des Straßen- und Grünflächenamtes“.

Der Bezirksbürgermeister wies darauf hin, dass das Land Berlin allen Menschen in Not bis Ende März Übernachtungsplätze mit ausreichenden Essens- und Waschmöglichkeiten anbietet. Vom Senat fordert er aber eine weitere dauerhafte Einrichtung speziell für EU-Bürger ohne Sozialleistungsansprüche. Von Dassel dankte allen Einsatzkräften für ihr besonnenes Agieren. Vor allem die durch das Jobcenter vermittelten Reinigungskräfte hätten unter schwierigen Bedingungen tätig werden müssen. 25 Kubikmeter Müll wurden entsorgt.

Im August hatte der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ein illegales Camp an der Heilbronner Straße räumen lassen, in dem etwa 50 Roma aus Rumänien kampierten. Dort waren etwa 100 Kubikmeter Müll entfernt worden.