Die Polizei hat wegen eines am Gendarmenmarkt gefundenen herrenlosen Koffers Entwarnung gegeben. Es handelte sich nicht um einen Sprengsatz. Die Besitzerin des Gepäckstücks hatte sich vom Flughafen Tegel aus telefonisch bei der Polizei gemeldet und bekannt, dass der Koffer ihr gehöre. Später öffnete sie ihn eigenhändig. Zu diesem Zeitpunkt hatten Polizisten Teile des Gendarmenmarkts in Berlin-Mitte bereits abgesperrt und eine Sprengung des Gepäckstücks vorbereitet.
Passanten hatten den Koffer gegen 13 Uhr in der Mohrenstraße zwischen geparkten Autos entdeckt, wie die Polizei sagte.
Die Sprengung wurde knapp abgewendet
Nachdem die Frau sich gegen 15.20 Uhr gemeldet hatte, kam sie umgehend an den Gendarmenmarkt, identifizierte und öffnete ihren Koffer. Darin befand sich Schmuck. „Die Besitzerin kam also gerade noch rechtzeitig“, sagte Guido Busch, Sprecher der Polizei Berlin. „Die Einsatzleiter hätten sonst den Befehl zur Sprengung geben müssen.“
Nun werde routinemäßig geprüft, ob die Besitzerin des Koffers die entstandenen Kosten des Polizeieinsatzes tragen muss. „Das wird standardmäßig geprüft, wenn der Verursacher eines solchen Einsatzes feststeht. Aber es liegt hier kein Vorsatz vor, wir vergessen alle mal etwas. Die Chance, dass sie daher nicht für den Einsatz aufkommen muss, ist vorhanden.“ Inzwischen seien die Sperrungen am Gendarmenmarkt aufgehoben.
Zuletzt hatten Ende Mai zwei herrenlose Koffer im Einkaufszentrum Alex am Alexanderplatz für Aufregung gesorgt. Kriminaltechniker und ein Sprengstoffkommando eilten herbei, die beiden Objekte wurden dann gezielt gesprengt. Wie sich herausstellte, handelte es sich beim Kofferinhalt um handelsüblichen Kaffee. Es waren rund 40 Beamten im Einsatz.
dpa/sh/seg




