Das von dem Künstler Dani Karavan entworfene Mahnmal in Gestalt eines Brunnens soll keine zentrale Inschrift enthalten. Das sagten Sprecher des Zentralrates und von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU). Die Namen der NS-Vernichtungslager wie Auschwitz, Treblinka und Buchenwald werden auf den hinführenden Platten eingemeißelt. Eine zusätzliche Tafel enthält die Inschrift: "Wir gedenken aller Roma, die im nationalsozialistisch besetzten Europa dem planmäßigen Völkermord zum Opfer gefallen sind.“

Zusätzliche Informationstafeln enthalten eine Chronologie der Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma sowie Zitate des damaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt von 1982 und des früheren Bundespräsidenten Roman Herzog von 1997 über den Völkermord.


Vor allem über das Herzog-Zitat hatte es Streit zwischen dem Bund sowie den kulturpolitischen Sprechern der Bundestagsfraktionen auf der einen Seite sowie dem Zentralrat der Sinti und Roma auf der anderen Seite gegeben. Die Kritiker des Zitates hatten auf divergierende Ansichten darüber unter den Opferverbänden selbst hingewiesen. Die Sinti Allianz Deutschland forderte beispielsweise kürzlich erneut die Erwähnung von anderen "von der Nazidiktatur betroffenen Zigeuner-Volksgruppen“.

Kulturstaatsminister Neumann nannte die jetzige Einigung ein "kluges Ergebnis“. Der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, äußerte sich ebenfalls "sehr froh und sehr zufrieden“ über die Einigung. Man sei aufeinander zugegangen. Es sei erreicht worden, dass von "nationaler Stätte“ aus ein Bewußtsein in der Öffentlichkeit wach gehalten werde, "wonach es eine Verantwortung für die Ermordung einer halben Million Sinti und Roma in Europa gibt“.