Kriminalität

Einbrecher kamen durch die Wand

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A. Lier, S. Pletl u. M. Behrendt

Unbekannte sind in der Nacht zu Montag in ein Antiquitätengeschäft in Berlin-Mitte eingebrochen. Dabei gingen sie mit brachialer Gewalt vor, durchbrachen eine Wand und durchtrennten die Stahltüren des Tresors mit einer Flex. Ihre Beute: Schmuck und Bargeld im Wert von 30.000 Euro.

"Die Täter müssen sich ausgezeichnet ausgekannt haben“, sagte Jörg Schwabe (54), Eigentümer des Antik Trödelmarktes in den S-Bahnbögen 128 in Mitte, gegenüber der Markthalle. Nach seiner Darstellung hatten die Räuber zunächst ein 80 mal 50 Zentimeter großes Loch in eine Zwischenwand geschlagen. Anschließend brachen sie das Schloss einer dahinter befindlichen Tür auf und stiegen in das Geschäft in der Dircksenstraße ein. Dabei zerstören sie sowohl die hölzerne Wandverkleidung, als auch einen massiven Schrank aus Eiche.

Zielgerichtet arbeiteten sich die Einbrecher in Richtung des Tresors vor, in dem Bargeld und Schmuck aufbewahrt wurde. Daraus und aus den Auslagen fehlen am Montagmorgen mehrere Hundert Stück Gold- und Silberschmuck, Manschettenknöpfe, Orden, Uhren sowie Bargeld. "Die Stahltüren des Tresors haben sie mit einer Flex aufgetrennt“, berichtet Trödelmarkt-Chef Jörg Schwabe. Eine kurze Inventur ergab: Es fehlen Gegenstände und Bargeld im Gesamtwert von 30.000 Euro.


Informiert über den Einbruch wurde der Händler von seinem Angestellten Peter Bernd, der in unmittelbarer Nähe des Geschäftes wohnt. "Ich hatte mich gewundert, dass im Laden gegen 22.30 Uhr noch Licht brannte“, sagte der 55-Jährige. Er habe zunächst seinen Chef angerufen, sich dann aber entschieden, selbst nach dem Rechten zu sehen. "Als ich den Laden betrat, konnte ich nur noch hören, wie die Täter flüchteten. Die beiden Männer rannten in Richtung Rochstraße“, berichtete der Angestellte.

Beamte einer vorbeifahrenden Zivilstreife wurden auf die Situation aufmerksam, ließen sich von dem Mitarbeiter informieren und nahmen die Verfolgung auf. "Trotz einer intensiven Suche entkamen die Verdächtigen“, sagte ein Polizeisprecher. Ein Einbruchskommissariat des Landeskriminalamtes (LKA) nahm die Ermittlungen auf. Die Polizei bittet Zeugen, die etwas Verdächtiges beobachtet haben, sich beim LKA 45, unter der Rufnummer 030/4664945101 oder einer anderen Polizeidienststelle telefonisch zu melden.

Ladeninhaber Jörg Schwabe hatte im Jahr 2000 das 150 Quadratmeter große Geschäft in einem der S-Bahnbögen angemietet. Bis Ende Februar soll er ausziehen, weil die Gewerberäume saniert werden. Zahlreiche Nachbargeschäfte sind bereits leer. "Dort ist nichts gesichert und die Einbrecher konnten ungehindert in einen der Nachbarräume eindringen. Dort war statt einer Schaufensterscheibe lediglich eine lose Holzplatte installiert“, sagt der Geschäftsmann.