In Marzahn-Hellersdorf haben zwei Drittel der Vorschulkinder Förderbedarf. Das geht aus einer Pressemitteilung des Bezirks zur Einschulungsuntersuchung hervor. Bei dieser Untersuchung werden die Kinder, bevor sie die erste Klasse besuchen, von einem Arzt durchgecheckt.

Das Problem: Die jetzt bekannt gewordenen Daten stammen aus dem Jahr 2023. Die untersuchten Kinder gehen mittlerweile in die vierte (!) Klasse. Eine öffentliche Debatte über die Ergebnisse kommt viel zu spät. Die Daten, die jetzt diskutiert werden können, unterliegen etwa noch pandemiebedingten Einschränkungen.

Einschulungsuntersuchung 2023: Warum die Ergebnisse trotzdem wichtig sind

Klar, sie haben trotzdem einen Wert: So lässt sich aus ihnen ablesen, wo im Bezirk die Sprachdefizite besonders groß sind oder wie stark die Bildschirmzeit von Kleinkindern gestiegen ist. Trotzdem ist es absurd, dass die Ergebnisse so viel später (teilweise) veröffentlicht werden.

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Denn Marzahn-Hellersdorf ist mit einer Pressemitteilung zu den Ergebnissen noch vorbildlich. In Friedrichshain-Kreuzberg zum Beispiel liegen die Daten vor, können aber nicht vertieft ausgewertet werden. Der Grund? Die zuständige Stelle ist seit Jahren unbesetzt.

Zahlen für ganz Berlin wären wünschenswert

Eine berlinweite, zeitnahe Analyse und Veröffentlichung der Ergebnisse wäre wünschenswert. Um rasch und konsequent auf Bedarfe zu reagieren. Und um eine öffentliche Debatte darüber führen zu können, was für Berlins Kinder gut ist.

Doch solch eine Analyse und Veröffentlichung gibt es nicht. Nicht mehr. Bis vor der Pandemie geschah dies jährlich. Die Einschulungsuntersuchung ist für Berlins Familien Pflicht. Die Daten gibt es also jedes Jahr. Der Datenschatz muss nur gehoben werden. Damit Berlins ABC-Schützen schon in der ersten Klasse besser gefördert werden können.