Marzahn-Hellersdorf hat zu wenig Sportplätze und Turnhallen. Das geht aus dem Sportentwicklungsplan hervor, den das Bezirksamt vor Kurzem veröffentlichte.
„Die Sportflächen im Bezirk sind begrenzt, bestehende Gebäude sind häufig veraltet oder nur eingeschränkt nutzbar, und Naturschutz- sowie Immissionsauflagen erschweren Erweiterungen“, schreibt das Amt in einer Pressemitteilung. Auf Anfrage der Morgenpost spricht es von einem Sanierungsstau in Höhe von 178 Millionen Euro.
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Marzahn-Hellersdorf: Wer nutzt die Sportstätten?
Rund 19.000 Menschen aus Marzahn-Hellersdorf sind Mitglied in einem Sportverein. Die beliebteste Sportart ist Fußball. Knapp dahinter: Turn- und Freizeitsport. Auf Platz drei folgt Schwimmen. Viele Sportarten verzeichnen dabei im Vergleich mit 2020 einen Zuwachs, was zusätzlich den Bedarf an Sportanlagen erhöht.
Die Vereinssportlerinnen und -sportler sind nicht die Einzigen, die die Sportstätten im Bezirk nutzen. Hinzu kommen rund 30.000 Schülerinnen und Schüler sowie Freizeitsportler. Die vorhandenen Sportstätten reichen laut Bericht nicht aus, um den Bedarf zu decken. Der Bezirk spricht von hohem „Nutzungsdruck durch Schulen, Vereine und Freizeitnutzende“.
So viele Sportplätze und Turnhallen gibt es heute schon in Marzahn-Hellersdorf
In Marzahn-Hellersdorf gibt es 122 Sporthallen (Stand: 2024). Rund 59.000 Quadratmeter Fläche stehen den Sportlerinnen und Sportlern zur Verfügung. Laut Orientierungswert der Senatsverwaltung sollte für jeden der rund 294.000 Einwohner eine Fläche von 0,2 Quadratmetern zur Verfügung stehen. Legt man diesen Wert zugrunde, hat der Bezirk ein leichtes Überangebot an Sporthallen – zumindest rein rechnerisch.
Trotzdem sind viele Schulen im Bezirk nicht ausreichend mit Sporthallen versorgt. Insbesondere wettkampftaugliche Sporthallen fehlen. Von ihnen profitiert auch der Vereinssport, der nach Schulschluss in den Turnhallen trainiert. Hinzu kommt: „Mindestens 27 Sporthallen weisen teilweise erhebliche Mängel auf, die durch Sanierung behoben werden müssen“, schreibt das Bezirksamt auf Anfrage der Berliner Morgenpost.
So viele Fußballfelder fehlen im Bezirk
Bei den Sportplätzen steht den Marzahn-Hellersdorfern eine Fläche von knapp 237.000 Quadratmetern zur Verfügung. Laut Orientierungswert der Senatsverwaltung soll je Einwohner eine Fläche von rund 1,5 Quadratmetern Sportaußenanlage zur Verfügung stehen. Hier ist der Bezirk also – rein rechnerisch – dramatisch unterversorgt. Es fehlen 195.000 Quadratmeter Fläche. Das entspricht 27 Fußballfeldern.
Die gute Nachricht: Durch die Schulbauoffensive werden im Bezirk neue Sporthallen gebaut. Marzahn-Hellersdorf hat in den vergangenen zehn Jahren acht Kunstrasenplätze saniert, drei Sanierungen von Sportanlagen sollen in diesem Jahr abgeschlossen werden. Das teilte das Bezirksamt auf Anfrage der Morgenpost mit. Der Sportentwicklungsplan weist zudem einen umfangreichen Handlungs- und Maßnahmenplan auf.
Das Bezirksamt sagte der Morgenpost: „Sollten dem Schul- und Sportamt des Bezirkes zusätzliche finanzielle Mittel zur Verfügung stehen oder durch Förderprogramme akquiriert werden können, sollen die Maßnahmen umgesetzt werden.“ Stefan Bley (CDU), Bezirksstadtrat für Sport, kommentierte: „Die integrierte Sportentwicklungsplanung wird den Bezirk langfristig dabei unterstützen, Sportmöglichkeiten für alle Bevölkerungsgruppen bedarfsgerecht zu gestalten und bestehende Ressourcen effektiv zu nutzen.“




