Mit Trommeln und martialischem Gebaren marschierten Anhängerinnen und Anhänger der rechtsextremen Kleinstpartei III. Weg am Samstag durch Hellersdorf. Anwesend waren deutlich mehr Teilnehmende als erwartet, darunter auch Neonazis aus dem Ausland, die aufgrund eines Hitlergrußes kurzzeitig in Gewahrsam genommen wurden, wie die Polizei der Berliner Morgenpost mitteilte. Zudem kam es zwischenzeitlich zum Gerangel zwischen Ordnern des III. Weges und einem Journalisten und einem Influencer. Es gab mehrere Festnahmen.

Rechtsextremer III. Weg: Gewaltbereite, aber geringe Anhängerschaft

Mit dieser Demonstration will man ein „deutliches Zeichen“ setzen, sagte Matthias Fischer, Vorsitzender der Neonazi-Partei kurz bevor sich die Demonstration in Bewegung setzte. Man wolle Hellersdorfer erreichen, womit allerdings nur deutsche Menschen gemeint sein dürften, die in der Gegend wohnen. Der rechtsextreme Redner brachte die Wohnungskrise in Deutschland mit dem Thema Migration in Verbindung, sprach von einer „ganzheitlichen Erneuerung der Heimat“ und einer neuen „Volks- und Gesellschaftsordnung“. Zudem wurde während des Protestzugs „Berlin erwache“ gerufen, in Anlehnung an den nationalsozialistischen Slogan „Deutschland erwache“. Laut Polizei allerdings nicht strafbar.

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Der III. Weg wird vom Berliner Verfassungsschutz als besonders gewaltbereit eingeschätzt, Mitglieder der Jugendorganisation „Nationalrevolutionäre Jugend“ (NRJ) sollen vergangenen Sommer Personen am Ostkreuz angegriffen haben, die auf dem Weg zu einer antifaschistischen Demonstration waren. Verletzt wurde auch eine Polizistin. Die NRJ tritt immer wieder mit öffentlichen Kampftrainings in Erscheinung. Allerdings wird die Zahl der Anhängerschaft in Berlin als gering eingeschätzt, wie die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (MRB) Berlin berichtet.

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Hitlergruß in Gruppe von Neonazis aus Dänemark

Angemeldet für die Demonstration am Sonnabend waren 70 Teilnehmende. Dass mit 250 Personen deutlich mehr waren, lag laut Polizei daran, dass Rechtsextreme aus fast allen Bundesländern angereist waren. 600 Einsatzkräfte sorgten dafür, dass Gegendemonstrierende – die Polizei schätzt die Zahl auf 300 – und Rechtsextreme strikt getrennt waren. Wie die Berliner Morgenpost beobachtete, kam es zu einer Rangelei zwischen zwei Ordnern des III. Weges und einem Journalisten und einem Influencer. Die beiden Ordner wurden kurze Zeit später von der Polizei festgenommen, warum genau konnte die Polizei bislang nicht sagen.

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Darüber hinaus sei es vor dem Start des Demonstrationszugs zu Festnahmen auf Seite der Rechtsextremen gekommen, weil aus einer angereisten Neonazi-Gruppe aus Dänemark der Hitlergruß gezeigt worden sein. Bei allen acht Personen sei die Identität festgestellt worden. Ein weitere Hitlergruß soll kurz vor dem Marsch gezeigt worden sein, der in einer Festnahme mündete, so Sprecher Nath. Aufseiten der Gegendemo sei wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ebenfalls zu einer Festnahme gekommen sein. Insgesamt sei es laut Polizei-Sprecher Florian Nath zu zahlreichen Festnahmen wegen Gewalttaten gekommen.

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