Flüchtlinge

Zweite Quarantänestation für Geflüchtete öffnet in Biesdorf

Die Unterkunft an der Dingolfinger Straße wird nun doch wieder für Geflüchtete genutzt. Das Containerdorf am Blumberger Damm schließt.

Statt wie geplant zu schließen, ziehen nun infizierte Geflüchtete in die Dingolfinger Straße. (Symbolbild)

Statt wie geplant zu schließen, ziehen nun infizierte Geflüchtete in die Dingolfinger Straße. (Symbolbild)

Foto: Carsten Rehder / dpa

Berlin. Ab Montag, 14. Dezember, wird die Unterkunft für Geflüchtete an der Dingolfinger Straße 3-5a als Quarantänestandort genutzt. Positiv auf das Coronavirus getestete Flüchtlinge und ihre Kontaktpersonen ziehen dann kurzzeitig in das Tempohome. 150 Personen finden in der Unterkunft Platz. In der Regel bleiben sie 14 Tage lang dort. Geplant ist eine Nutzung der Räumlichkeiten bis zum 31. März. Bei einer ungünstigen Entwicklung der Pandemie kann der Zeitraum bis zum 30. Juni verlängert werden, heißt es.

Eigentlich war die Unterkunft in der Dingolfinger Straße bereits Ende 2019 geschlossen worden, um den Standort anderweitig zu nutzen. Die Corona-Pandemie führte jedoch dazu, dass Anfang des Jahres in das Tempohome wieder Geflüchtete einzogen, die einer Risikogruppe angehören. Die starken Infektionszahlen in der zweiten Welle machten nun eine Weiternutzung nötig, heißt es von Seiten des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF). Die Quarantäne-Unterkunft für Geflüchtete in Pankow ist nämlich mit 250 Personen bereits voll belegt.

Die Nutzung der Unterkunft diene vor allem der Prävention, sagt LAF-Präsident Alexander Straßmeir. „Mit der Maßnahme, die Unterkunft Dingolfinger Straße als zweite Quarantäne-Einrichtung zu nutzen, dämmen wir die Ausbreitung des Virus ein und vermindern weiterhin das Risiko, ganze Unterkünfte unter Quarantäne stellen zu müssen.“

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Containerdorf schließt nach fünf Jahren

Währenddessen hat eine andere Geflüchtetenunterkunft im Bezirk Marzahn-Hellersdorf ihre Türen geschlossen. Über fünf Jahre lang haben Geflüchtete im sogenannten „Containerdorf“ am Blumberger Damm 163-165 gelebt. Im Frühjahr 2015 erstmals bezogen, sind die letzten Bewohner nun aus- und in andere Einrichtungen umgezogen. Etwa 400 Menschen lebten hier über die letzten Jahre. Die leeren Wohncontainer werden momentan von der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) auf ihre weitere Verwendung geprüft und anschließend abgebaut, heißt es in einer Pressemitteilung des Bezirks.

Dieser spricht von einem Erfolg, was die Akzeptanz der Nachbarschaft betrifft. Anfängliche Ängste konnten aufgelöst werden. Nicht wenige Anwohner engagierten sich ehrenamtlich, arbeiteten etwa in einer Kleiderkammer oder gärtnerten zusammen mit den Geflüchteten.

Erste Unterkunft mit mehr Platz öffnete im November

Außer der Unterkunft in der Dingolfinger Straße sind im Bezirk aktuell noch acht weitere Standorte in Nutzung, die meisten davon werden noch einige Jahre bewohnt werden. Erst im November wurde eine neue Unterkunft am Murtzaner Ring 68 eröffnet. Dabei handelt es sich sich um die erste Modulare Unterkunft der zweiten Generation in Berlin. Konkret bedeutet das für die Bewohner mehr Platz: Die Geflüchteten wohnen in einzelnen Wohnungen mit einer eigenen Küche und eigenem Bad. Eine weitere Unterkunft dieser Art ist in der Zossener Straße 165 in Planung. Die ersten Bewohner sollen hier ab Sommer 2021 einziehen können.