Bildung

Streit um Luftfiltergeräte in Biesdorfer Grundschule

Elterninitiative hat vier Geräte privat angeschafft, doch die dürfen nicht aufgestellt werden – es fehlt die Genehmigung des Bezirks.

In der Fuchsberg Grundschule in Biesdorf sollten in zwei Klassenräumen die „mobilen Luftreiniger“ aufgestellt werden. Eigentlich.

In der Fuchsberg Grundschule in Biesdorf sollten in zwei Klassenräumen die „mobilen Luftreiniger“ aufgestellt werden. Eigentlich.

Foto: Jörg Krauthöfer / FUNKE FOTO SERVICE

Wer darf Luftfiltergeräte für Berlins Schulen besorgen? Nur die Verwaltung oder auch Elterninitiativen? Einen Schlagabtausch liefert sich zu diesem Thema Bezirksstadtrat Gordon Lemm (SPD) aus Marzahn-Hellersdorf mit Eltern aus der Fuchsberg Grundschule. Dort hatten Elternvertreter auf eigene Kosten vier Luftfiltergeräte angeschafft, von denen jeweils zwei in einem Klassenzimmer einer ersten und dritten Klasse stehen sollen. Kostenpunkt für alle Geräte: 760 Euro. Gekauft sind sie schon, doch um sie anschließen zu dürfen, braucht es die Genehmigung des Bezirks. Die wird nun verweigert.

Zwar sei der Wunsch der Eltern nachvollziehbar, schreibt Gordon Lemm auf Anfrage, doch die angeschafften Geräte genügten nicht den Standards. „Als Schulträger müssen wir die Gewährleistung dafür tragen, dass alle in Schulen aufgestellten Geräte sicher und zweckmäßig sind“, erläutert Lemm die Entscheidung. Die Geräte, die der Bezirk aktuell zur Ausschreibung freigegeben hat, seien auf Klassenräume für 26 Kinder und mehr ausgerichtet. Die privat angeschafften Geräte seien dagegen für einen einfachen Haushalt gedacht, glaubt er. Und viele Probleme seien dabei nicht geklärt, beispielsweise: „Wer wechselt die Filter (mit zumindest potentieller Viruslast)?“

Privat angeschaffte Geräte können „zusätzlich noch den Schulfrieden stören“

Abgesehen davon betont der Schulstadtrat, dass solche Geräte grundsätzlich lediglich eine „Ergänzung“ zum Lüftungskonzept seien. Das richtige Lüften stünde weiterhin im Zentrum. Lemm befürchtet auch, dass die Unruhe unter Eltern zunehmen könne, wenn einzelne Elterninitiativen finanziell in der Lage seien, solche Zusatzgeräte zu kaufen, andere aber nicht. „Dies könnte zusätzlich noch den Schulfrieden stören, ohne erkennbaren Nutzen in den Schulen, die diese Geräte haben.“ Mobile Luftreiniger seien tatsächlich nur für Räume gedacht, in denen Lüften nicht oder nur schwer möglich ist.

Auch bei den winterlichen Temperaturen in den Klassenzimmern, die nun zunehmend durch regelmäßiges Lüften entstehen, seien die Luftreiniger keine Hilfe. „Die Luftfiltergeräte können hier aber keine Abhilfe leisten, da sie das Lüften nicht überflüssig machen“, betont Schulstadtrat Lemm.

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Die Elternvertreter verstehen die Absage nicht – „der Staat muss lediglich ,ja’ sagen“

Für Roland Castringius, der Elternvertreter in der Fuchsberg Grundschule ist, ist diese Antwort mehr als ernüchternd. „Es geht uns um die Sicherheit der Kinder – und besonders auch der Lehrkräfte“, sagt er. Die angeschafften Geräte entsprächen den Standards, die von der Senatsbildungsverwaltung in einem Schreiben vom 11. November festgelegt wurden. „Die Lehrkräfte wollen die Geräte haben, die Schulleitung will die Geräte haben und viele Eltern auch“, sagt er. Es sei außerdem völlig illusorisch, zu glauben, man könne jetzt noch als Bezirk gute Luftfilter kaufen. „Die sind alle weg. Wir haben sie auf Vorrat gekauft“, hebt er heraus. Das Konzept „Fenster öffnen“ der Bildungs- und Bezirksverwaltung sei „ein wenig dünn“. Die mobilen Luftreiniger seien da, sie müssten nur aufgestellt werden. „Der Staat muss lediglich ,ja’ sagen“, so Castringius.