Kaulsdorf

Demenzdorf Wernersee wird 2022 eröffnet

Die Bauarbeiten zur Wohnanlage am Wernersee sollen noch 2020 starten. Der Zugang zum See bleibt versperrt.

Auf dem Wernersee-Areal entsteht bis voraussichtlich 2022 ein Demenzdorf.

Auf dem Wernersee-Areal entsteht bis voraussichtlich 2022 ein Demenzdorf.

Foto: CDU Wuhletal

Berlin. Die Planungen zum Demenzdorf Wernersee im Nordosten Kaulsdorfs schreiten voran. Die landeseigene Wohnungsgesellschaft Berlinovo baut auf dem Areal für Vivantes eine Wohnanlage für Demenzkranke und will im dritten Quartal des Jahres einen Bauantrag stellen. Damit könnte noch 2020 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Eine Abnahme durch Vivantes soll so bereits 2022 möglich sein. Aufgrund der Corona-Pandemie könne es hier aber zu Verzögerungen kommen, teilt ein Sprecher der Berlinovo mit.

Bis 2003 wurde im Freibad Wernersee noch gebadet. Seitdem ist das Areal verlassen, das alte Freibad abgerissen. Pläne, auf dem Gelände eine Pflegeeinrichtung zu realisieren, bestehen schon länger. Konkreter wurden sie allerdings erst 2018, als die Berlinovo in das Projekt einstieg. Geplant ist eine Bebauung im Entwurf eines Angerdorfes, bei dem die Wohngebäude um einen zentralen Platz angeordnet sind. Im Mittelpunkt entstehen ein Marktplatz mit Saal- und Restaurantgebäude und eine Werkstatt. Zwei zweigeschossige Gebäude und drei eingeschossige Häuser bieten Platz für 115 Einzelapartments.

Demenzdorf einzigartig in Berlin

Jeweils acht Bewohner bilden mit ihren Einzelzimmern und Bädern eine Wohngruppe. Zwei Wohngruppen teilen sich die Gemeinschaftsbereiche. „Das Projekt besitzt Pilotcharakter, da bundesweit nur wenige und berlinweit keine Referenzobjekte vorhanden sind“, so ein Sprecher der Berlinovo.

Das Grundstück in Kaulsdorf ist etwa 23.400 Quadratmeter groß, bebaut werden jedoch nur etwa 4500 Quadratmeter. Einen großen Teil des Grundstücks nimmt der Wernersee ein. Für dessen Pflege sind wiederum die Berliner Wasserbetriebe zuständig. „Die Renaturierung des Sees wurde im letzten Jahr vollständig abgeschlossen“, erklärt Astrid Hackenesch-Rump, Pressesprecherin der Berliner Wasserbetriebe.

Man habe dort die naturschutzrechtlichen Auflagen erfüllt, um den Lebensraum der verschiedenen Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Das Gelände ist jedoch nicht betretbar, ein Zaun verhindert den Zugang. „Wir regulieren den Zugang zum See aber nicht, das macht die Berlinovo“, stellt Hackenesch-Rump klar.

Wernersee momentan eingezäunt

Ob der See für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann, ist unklar, „Eine Öffnung der im Bebauungsplan als ‘private Grünfläche’ ausgewiesenen Bereiche ist nicht mit den Zielen der Renaturierungsmaßnahme M4 vereinbar“, heißt es von Seiten der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz auf eine Anfrage von Mario Czaja.

Der CDU-Abgeordnete will sich dafür einsetzen, dass der See wieder zugänglich ist. Eine erneute Nutzung als Freibad war bereits vor Jahren abgelehnt worden. Auch die Grünen im Bezirk wollen Zäune um den See vermeiden. „Der Wernersee ist auf Bündnisgrüne Initiative hin gerettet worden“, heißt es. Das Gelände stand über hundert Jahre der Öffentlichkeit zur Verfügung und müsse als öffentliche Grünanlage erhalten bleiben.