Proteste

Gewalt bei Demonstration in Marzahn - Polizisten verletzt

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Etwa 700 Anhänger linker Gruppen und 150 Gegner geplanter Wohncontainer für Flüchtlinge sind in Marzahn auf die Straße gegangen. Am Rande kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Im Streit um den Bau von Flüchtlingsunterkünften sind im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf erneut Hunderte Demonstranten auf die Straße gegangen. Dabei ist es am Rande zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, wie die Berliner Polizei am Dienstagmorgen mitteilte. Es habe zwei Verletzte gegeben, als fünf Gegner der Flüchtlingscontainer kurz vor 20 Uhr von etwa 30 Unbekannten angegriffen wurden. Auch Polizisten wurden leicht verletzt, konnten aber im Dienst bleiben. Zwei Gegendemonstranten wurden vorläufig festgenommen.

Am frühen Montagabend begann zunächst ein Aufzug von rund 700 Anhängern linker Gruppen an einem Einkaufszentrum nahe dem S-Bahnhof Marzahn, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Sie trugen Transparente, auf denen etwa „Wir heißen Flüchtlinge willkommen“ und „Berlin steht auf gegen Rassismus“ zu lesen war.

Auf einer anderen Seite des Einkaufszentrums versammelten sich etwa 150 Gegner geplanter Wohncontainer für Flüchtlinge in Marzahn. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit einem Aufgebot von rund 600 Beamten vor Ort, um die beiden Gruppen voneinander getrennt zu halten.

In den vergangenen Wochen gab es immer wieder in Marzahn sowie in Köpenick Proteste von Anwohnern und Neonazis gegen die Unterbringung von Flüchtlingen. Laut Verfassungsschutz nutzen Neonazis den Unmut von Anwohnern für ihre Zwecke und organisieren Demonstrationen.

140 WGs wollen Flüchtlinge aufnehmen

Unterdessen erfreut sich ein Internetportal zur Vermittlung von WG-Zimmern an Flüchtlinge reger Nachfrage. Bisher hätten sich 140 Wohngemeinschaften oder andere Menschen aus ganz Deutschland angemeldet, teilte Mareike Geiling von der Internetseite Flüchtlinge Willkommen am Montag mit.

In der Wohngemeinschaft eines der Initiatoren des Projekts in Wedding sei am Wochenende der erste Flüchtling, ein 39-jähriger Mann aus Mali, eingezogen. Bisher hätten mehr als 40 Flüchtlinge oder Unterstützer wegen der Suche nach einer Bleibe angefragt. Derzeit würden die in Berlin ansässigen Betreiber der Internetseite Kontakt zu weiteren WGs aufnehmen.