Hohenschönhausen

Neue Ausstellung eröffnet in früherem Stasi-Gefängnis

Eine neue Ausstellung im ehemaligen Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen zeigt Texterinnerungen früherer Häftlinge und Behördenschreiben. Die Exponate haben einen 3-D-Effekt.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Im früheren Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen wird an diesem Montag die Ausstellung „Dossier“ eröffnet. Auf 16 Tafeln sind Texterinnerungen früherer Häftlinge und Behördenschreiben zu sehen. Die Fragmente wurden laut Sprechern der Gedenkstätte mit einer Technik abgebildet, die je nach Betrachterwinkel changieren und einen dreidimensionalen Eindruck erzeugen. Besucher könnten sich so auf neue Weise mit dem Repressionsort auseinandersetzen, teilten die Sprecher der Gedenkstätte mit. Die künstlerische Kraft liege in der Reduktion auf die Sprache.

Die Arbeit des Künstlers Arnold Dreyblatt wird in den Seminar- und Filmräumen der Gedenkstätte gezeigt. „Dossier“ ging als Sieger aus einem Kunstwettbewerb anlässlich von Umbauten auf dem Gelände des einstigen zentralen Untersuchungsgefängnisses der DDR-Staatssicherheit hervor.

Nach Angaben der Sprecher der Gedenkstätte haben bislang mehr als 3,3 Millionen Menschen den authentischen Ort mit original erhaltenen Zellen und Verhörräumen in Hohenschönhausen besucht. Die Dauerausstellung „Gefangen in Hohenschönhausen: Zeugnisse politischer Verfolgung 1945 bis 1989“ zeigt rund 500 seltene Exponate und mehr als 300 historische Fotos. Frühere Häftlinge berichten bei Führungen von Überwachung und Selbstbehauptung. In Hohenschönhausen waren DDR-Bürgerrechtler wie Bärbel Bohley, oder Jürgen Fuchs eingesperrt. Das unter Denkmalschutz stehende Areal wird vom Bund und dem Land Berlin mit 1,2 Millionen Euro im Jahr finanziert.