Schnelle Hilfe

Neuer Hubschrauberlandeplatz für Unfallkrankenhaus

Auf dem Dach des Unfallkrankenhauses Berlin (UKB) wird bis Oktober von dem österreichischen Spezialunternehmen Bitschnau GmbH ein neuer Hubschrauberlandeplatz errichtet. Die Lärmbelästigung für Anwohner soll sich in Grenzen halten. Dennoch müssen in einigen Gebäuden Schallschutzfenster eingebaut werden.

Damit ist gesichert, dass der Intensiv-Rettungshubschrauber "Christoph Berlin" sofort nach Schließung seines bisherigen Standortes am Flughafen Tempelhof fest am UKB stationiert werden kann. Der neue Hangar soll im April 2009 fertiggestellt sein, kündigte Jörg Beneker, Leitender Oberarzt für das Rettungswesen im UKB, am Wochenende an. Es werde eine der modernsten Anlagen dieser Art in Europa sein. Die auf einer Stahlkonstruktion montierte Aluminium-Plattform (Landefläche samt Sicherheitsstreifen etwa 20 mal 25 Meter) soll nach den Planungen von Bitschnau auch über ein Transportsystem für Helikopter in den Hangar verfügen. Die Gesamtkosten werden mit etwa fünf Millionen Euro veranschlagt. Die Firma aus dem österreichischen Vorarlberg hat bereits das Krankenhaus Bernau mit einem Landeplatz ausgerüstet.

Von der Oberen Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg war im Mai die Genehmigung zum Bau und Betrieb der Anlage in Marzahn erteilt worden. Derzeit verfügt das Unfallkrankenhaus nur über eine Sondergenehmigung für Hubschrauber-Landungen und -Starts. Die Luftfahrtbehörde folgte dem vom Senat unterstützten Antrag des UKB, weil auch sie die dringende Notwendigkeit einer neuen Landeplattform sah. Dieser schonende und zeitsparende Transport - so hieß es in der Begründung - sei insbesondere zur Behandlung von Brand- und Rückenmarksverletzten unverzichtbar. Verzögerungen wegen einer besetzten Landefläche könnten den Tod oder massive bleibende Schäden bei Unfallopfern hervorrufen. Der Ärztliche Direktor des UKB, Axel Ekkernkamp, hatte bei Bürgerprotesten gegen zunehmende Lärmbelästigungen in Biesdorf den festen Landeplatz ebenfalls stets mit der Notwendigkeit verteidigt, noch schneller Leben retten zu können.

Bisher waren jährlich etwa 900 Flugbewegungen zum und vom UKB zu verzeichnen. Etwa 450 Unfallopfer wurden zur Behandlung eingeflogen. Damit wird auch künftig gerechnet. "Die Zahl der Flüge wird sich aber dennoch verdoppeln, weil Christoph Berlin auch Unfallopfer in andere Kliniken befördern muss, " so Beneker. Die Zahl der nächtlichen Flüge, gegen die sich die Proteste hauptsächlich richteten, werde aber minimal bleiben.

Die Luftfahrtbehörde hatte keine unzumutbare Beeinträchtigung der Nachtruhe der Anwohner festgestellt, aber Auflagen erteilt. So müssen an mehreren Patientenzimmern des benachbarten Vivantes Klinikums und an einem Wohngebäude in der nahen Landhaussiedlung Schallschutzfenster und Belüftungsanlagen eingebaut werden. Seien in zwei aufeinander folgenden Jahren jeweils mehr als 3000 Flugbewegungen zu verzeichnen, müsse ein neues Lärmgutachten erstellt werden, heißt es. Beneker: "Die Auflagen werden erfüllt."

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