Die Bücherbox am Obersee in Alt-Hohenschönhausen ist durch Unbekannte innerhalb weniger Wochen erneut in Brand gesetzt worden. Insgesamt wurde sie nun schon zum dritten Mal vollständig zerstört. Bei Anwohnern in Alt-Hohenschönhausen löste das Wut und Erschütterung aus. Der Bezirk Lichtenberg sprach von einem „Brandanschlag“. Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU) erklärte, er sei erschüttert „über diesen Anschlag und so viel Böswilligkeit“.
Die alte Telefonzelle, in der Bücher kostenlos abgegeben und mitgenommen werden können, war erst vor kurzem wieder neu aufgebaut worden. Der Förderverein Obersee & Orankesee e.V. hatte über 4000 Euro Spendengelder eingesammelt, um eine neue Telefonzelle zu kaufen und herzurichten. Für den 1. Mai war die feierliche Eröffnung geplant. Erst im Februar war die Bücherbox an dem Standort angezündet und zerstört worden.
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„Wir sind bestürzt über diesen erneuten Anschlag auf die Arbeit unseres Vereins, auf diesen so beliebten Kultur- und Begegnungsort hier in unserem Kiez“, teilte der Verein auf Facebook mit. Man stehe für „ein friedliches Miteinander, für Kultur, Natur und Nachbarschaft in Alt-Hohenschönhausen in Lichtenberg“.
Wir sind bestürzt über diesen erneuten Anschlag auf die Arbeit unseres Vereins.
Förderverein Obersee & Orankesee e.V.
Nikola John, Sprecherin des Fördervereins Obersee & Orankesee, erklärte auf Anfrage, man wolle sich nicht unterkriegen lassen. „Wir geben nicht auf“, sagte John. „Wir werden uns nun gemeinsam mit unseren Partnern im Bezirk beraten, wie wir diesen Ort gestalten können, sodass die Idee eines Kulturaustausches weiterleben kann und das Risiko eines weiteren Anschlags minimiert wird.“
Noch 3000 Euro nach letztem Spendenaufruf übrig
Der Zuspruch beim letzten Spendenaufruf sei enorm gewesen, erzählt John. 185 Menschen hätten sich mit verschieden hohen Geldbeträgen beteiligt, sodass nun noch 3000 Euro übrig seien. Dieses Geld wolle man nutzen, um die Bücherbox erneut aufzubauen.
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Bezirksbürgermeister Schaefer lobte, dass sich der Förderverein „seit zwei Jahrzehnten unermüdlich und trotz solcher Rückschläge für diesen Kiez“ engagiere. „Es ist unfassbar, dass es Menschen gibt, die diesen Einsatz dermaßen torpedieren.“ Spendengelder und Hunderte ehrenamtliche Arbeitsstunden seien gezielt und binnen Minuten zunichtegemacht worden.
Die Berliner Polizei erklärte auf Anfrage, sie gehe bei dem Feuer in der Bücherbox erneut von „Sachbeschädigung durch Brandstiftung“ aus. Anwohner hätten den Brand in den frühen Morgenstunden des 9. April gegen 4.45 Uhr gemeldet. Man habe den Fall nun dem Fachkommissariat beim LKA übergeben.





