Das ehemalige Schloss Hohenschönhausen hat in den letzten Jahrhunderten schon einiges erlebt. 1692 wurde es fertiggestellt. Damit ist es das älteste nichtkirchliche Gebäude im Bezirk Lichtenberg. Seitdem war es unter anderem Gutshaus, Schloss und sogar Geburtenklinik. Dann stand es viele Jahre leer.
2021 kaufte die Wohnungsbaugenossenschaft „Neues Berlin“ das denkmalgeschützte Gebäude an der Hauptstraße 44. Seitdem wird es aufwendig saniert und zu einem Haus für die Nachbarschaft mit Café und Kulturprogramm umgebaut. In diesem Jahr gehen die Bauarbeiten auf die Zielgerade. Deswegen sucht „Neues Berlin“ schon jetzt nach einem neuen Namen für das historische Haus. Bürgerinnen und Bürger können darüber abstimmen.

In den vergangenen Wochen hatte die Wohnungsbaugenossenschaft Namensvorschläge für das Gebäude entgegengenommen. Über 150 seien eingegangen. Eine Jury hat diese gesichtet und anhand fester Kriterien bewertet. Vier Vorschläge sind übrig geblieben, über die nun auf der Internetseite www.hauptstrasse44.de abgestimmt werden kann.
Zur Wahl stehen „GUT 44“, „KulturGut 44“, „WIR 44“ und „Kiezforum 44“. Noch bis Sonntag, 8. März, kann abgestimmt werden. Stefan Krause, Vorstand von „Neues Berlin“, zeigt sich von der großen Resonanz begeistert. Bereits über 800 Stimmen seien eingegangen, freut er sich auf Anfrage der Berliner Morgenpost.
Sanierung des Gebäudes ist enormer Aufwand
Wann das ehemalige Gutshaus für die Nachbarschaft öffnen kann, ist noch unklar. „Aktuell planen wir, das Objekt bis Ende dieses Jahres baulich fertigzustellen“, erklärt Krause. Der Termin für die offizielle Eröffnung werde dann rechtzeitig bekannt gegeben. „Ein konkretes Datum hängt vom weiteren Baufortschritt ab“, so Krause.
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Im Vergleich zu einem gewöhnlichen Wohnungsbauvorhaben sei der Aufwand hier deutlich höher. Das hänge vor allem mit dem Denkmalschutz, aber auch mit den „zahlreichen baulichen Veränderungen in den vergangenen Jahrhunderten“ zusammen. Allein zwei Jahre habe man für umfassende Bestandsaufnahmen, Begutachtungen, Untersuchungen und Planungen benötigt.
In dem Haus sollen künftig verschiedene Kulturveranstaltungen stattfinden. Im Erdgeschoss sollen Ausstellungsflächen und ein Café Platz finden. Für dieses sei bereits ein Betreiber gefunden, erklärt Krause. Im Obergeschoss entsteht ein großer Veranstaltungsraum. Die Räumlichkeiten sollen auch für private Feiern gemietet werden können. Außerdem soll das Gebäude dem Standesamt Lichtenberg als Außenstelle für Eheschließungen zur Verfügung stehen. Damit will die Wohnungsbaugenossenschaft „hier einen lebendigen und kulturell attraktiven Ort für den Kiez entstehen lassen“.

Es ist nicht der erste Versuch, das alte Gutshaus zu sanieren. 2008 hatte der Förderverein Schloss Hohenschönhausen die Immobilie erworben. 2009 wurden vier Räume in der oberen Etage rekonstruiert. Bereits zuvor, zwischen 2003 und 2006, fand eine Dachsanierung statt. Doch die Fördergelder hatten irgendwann nicht mehr ausgereicht, weshalb man sich 2021 zum Verkauf an die Genossenschaft entschloss.
Wie teuer die aktuelle Sanierung ist, wollte „Neues Berlin“ auf Nachfrage nicht verraten. Ursprünglich war eine Fertigstellung bereits 2024 geplant.




