Das neue Aquarium Ocean Berlin ist seiner Fertigstellung einen Schritt näher gekommen. Am Freitagnachmittag wurde auf dem Gelände an der Rummelsburger Bucht Richtfest gefeiert. Schon im Frühjahr 2026 soll das Gebäude endgültig fertig sein. Dann sollen auch bereits die ersten exotischen Fische und Korallen die verschiedenen Becken beziehen. Eine Eröffnung ist etwa in einem Jahr, also im vierten Quartal 2026, geplant. Auch ein Hotel ist Teil der Planung, das aktuell im selben Gebäude entsteht.

Benjamin Kahn ist der Investor und Präsident des Unternehmens Coral World, mit dem er ähnliche Aquarien bereits in Israel und Australien sowie auf Hawaii und Mallorca realisiert hat. Mit der Eröffnung eines Standortes in Berlin wolle er einen weiteren Beitrag zum Schutz der Meere leisten, erklärte er. Das Aquarium soll demnach nicht nur ein Zoo mit Fischen, sondern „ein einzigartiger Ort zum Lernen“ sein. Ziel sei es, ein Bewusstsein für die Schutzwürdigkeit der Meere zu schaffen, erklärte Khan. Er verwies auf das bereits gestartete Bildungsprogramm von Ocean Berlin, mit dem an Kitas und Schulen Wissen über das Ökosystem vermittelt werden soll.

Richtfest des Großaquariums Ocean Berlin
Benjamin Kahn, Meeresbiologe, Gründer und Eigentümer von Coral World International, steht während eines Baustellenrundgangs vor dem Richtfest des Großaquariums Ocean Berlin vor dem Gebäude.© Sebastian Christoph Gollnow/dpa | Sebastian Gollnow

Doch längst nicht alle begrüßen die Pläne des israelischen Investors. Eine Initiative von Anwohnern und Tierschützern will am Sonnabend (15. November) gegen das Projekt demonstrieren. Sie sehen in dem Aquarium ein „hochpreisiges Tourismusprojekt“, von dem die einheimische Bevölkerung nicht profitiere. Tier- und Meeresschützer kritisieren außerdem, Ocean Berlin treibe die Zerstörung von Korallenriffen voran. Bei Fang und Transport der Fische komme es zudem regelmäßig zu Todesfällen.

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Proteste gegen Ocean Berlin sind zurück

Bereits seit 2016, als der damalige rot-schwarze Senat das landeseigene Grundstück an den privaten Investor Coral World verkauft hatte, gibt es Widerstand gegen das Projekt. Ein Obdachlosencamp musste für den Bau geräumt werden. Dazu ein Technoclub und zwei Wagenplätze weichen. Kritiker fürchteten, dass den Berlinerinnen und Berlinern ein Stück urbaner Freiraum genommen und stattdessen ein Touristen-Hotspot geschaffen wird. Doch Großdemos und Petitionen konnten den Baubeginn nicht verhindern. Dann verstummten die Proteste eine Zeit lang. Nun kommen sie offenbar zurück. „Der Widerstand gegen die kapitalistische Landnahme an der Rummelsburger Bucht ist nicht verstummt“, heißt es in dem Demoaufruf.

Julian Schwarze, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Grünen im Abgeordnetenhaus, schließt sich der Kritik an. „Niemand braucht an dieser Stelle ein weiteres Riesen-Hotel mit einem überteuerten Aquarium für Touristen“, sagte er der Berliner Morgenpost. „Berlin hatte die Chance, das ehemals landeseigene Grundstück in bester Lage selbst zu nutzen, zum Beispiel für bezahlbare Wohnungen und als Flächen für Sport, Erholung und Kultur.“ Der Verkauf des Grundstücks sei ein Fehler gewesen.

CDU Lichtenberg: Aquarium verbindet Bildung und Freizeit

Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU) sieht das anders. Bei der Feier zum Richtfest lobte er das „tolle Projekt“. Er sei davon überzeugt, dass das Aquarium dem Bezirk guttue. Ähnlich äußerte sich die Lichtenberger CDU-Abgeordnete Lilia Usik. Das Projekt stelle für den Bezirk und ganz Berlin eine große Chance dar. „Hier entsteht ein Ort, der Bildung, Forschung und Freizeit verbindet“, erklärte Usik der Berliner Morgenpost. Besonders wichtig sei der Fokus auf Umweltbildung und Meereskunde, „von dem bereits heute viele Kinder und Schulklassen profitieren“. Außerdem werde mit Biergarten und Restaurant auch ein Angebot für Anwohnerinnen und Anwohner geschaffen.

Richtfest des Großaquariums Ocean Berlin
Stefan Golmitz, Bauleiter und Architekt, geht während eines Baustellenrundgangs vor dem Richtfest des Großaquariums Ocean Berlin durch das Hauptbecken, das 7,5 Millionen Liter fassen soll.© Sebastian Christoph Gollnow/dpa | Sebastian Gollnow

Das Projekt, das direkt am Ufer der Rummelsburger Bucht entsteht und auch einen öffentlichen Park umfasst, ist in seinen Dimensionen einzigartig. Der Meerespark erstreckt sich über drei Etagen und soll verschiedene Aquarien, Ausstellungsobjekte, Shops und ein 360-Grad-Kino unter einer Kuppel miteinander vereinen. Allein das größte Becken soll 7,5 Millionen Liter Wasser fassen und große Fische wie Haie und Rochen beheimaten. In zahlreichen anderen Becken sollen die verschiedenen Meere nachgestellt werden.

Zur Stabilisierung des Fundaments wurden laut dem Bauleiter Stefan Golmitz 500 Betonpfeiler bis zu 32 Meter tief in die Erde gelassen. Der nächste Schritt sei nun, die Elektronik zu installieren und die etwa 100 Pumpen einzubauen. Denn die Aquarien werden mit Berliner Leitungswasser befüllt und müssen dann in einem aufwendigen Prozess in Salzwasser umgewandelt werden. Mit einem speziellen Kreislaufsystem werde das Wasser dann künftig ununterbrochen gefiltert und aufbereitet.

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