Die ersten Gäste haben sofort ein Staunen auf dem Gesicht. Vor ihnen liegt ein mit Licht und Bäumen durchzogener Raum. Die Installation „Forest – Winterlights“ in der Kunsthalle „Dark Matter“ in Berlin-Lichtenberg hat beim Format nicht gespart. Über 600 künstliche Tannenbäume füllen die Halle, die meisten von ihnen hängen von der Decke herunter. Dazu 250.000 Lichter, deren Animationen sich mit der Musik verbindet. Und in der Mitte: eine Eisbahn.

Am Freitagnachmittag wurde die Ausstellung, die Licht, Musik und Weihnachtsstimmung miteinander kombiniert, eröffnet. Erstmals ist auch die Eisbahn Teil der multimedialen Installation. Sie führt nicht nur an der Kunst vorbei, sondern mitten hindurch. Lichtbäume, Diskokugeln und Neonröhren schweben über den Köpfen der Schlittschuhfahrer und bewegen sich teilweise nach oben und unten. Die Scheinwerfer flackern im Beat der elektronischen Musik. Mal verträumt, mal dramatisch, mal energetisch. Ein bisschen so wie Eisdikso, nur mit weniger Partymusik. Dafür mit mystischem Klang und Weihnachtsatmosphäre.

Eröffnung der «Dark Matter: Forest Winterlights»
Eisläufer laufen auf der Eisfläche bei der Eröffnung der Kunst-Lichtinstallation „Dark Matter: Forest Winterlights“. Auf 1.000 Quadratmetern entstehen über 600 schwebende Bäume und 250.000 Lichter, begleitet von einer Komposition des niederländischen Musikers Kuijten. Besucher können auf einer in die Installation integrierten Eisbahn Schlittschuhfahren.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Die hunderten umgekehrten Tannenbäume sollen dabei für das Motiv einer Zwischenwelt stehen, in der sich Dunkelheit und Leuchten, Nähe und Weite, Stille und Präsenz durchdringen. So zumindest die Idee des Licht- und Medienkünstler Christopher Bauder, der die Ausstellung initiiert hat. Den Soundtrack hat der niederländische Musiker Chris Kuijten komponiert.

Wer die Installation besucht, kann sich entscheiden, ob er oder sie sich auch aufs Eis wagen will. 12 Euro kostet das Ticket nur für die Ausstellung unter der Woche. Am Wochenende sind es 13. Wer zusätzlich die Schlittschuhe schnüren möchte, muss nochmal fünf Euro draufzahlen. Damit dürfte der Besuch der Eisbahn ein Stück teurer sein, als andernorts in Berlin. Doch dafür bekommt man auch ein audiovisuelles Gesamterlebnis geboten, während man die Runden auf dem Eis dreht.

„Forest Winterlights“: Immer nah an der Reizüberflutung

Das allerdings ist gleichzeitig die Schwäche der in Kunst integrierten Eisbahn. Sie ist relativ klein. Sportliche Eisläufer sind hier wohl eher nicht ausgelastet. Und auch die Ausstellung selbst kann Besucher an ihre Grenzen bringen. Die Verdichtung von Licht, Farbe, Klang und Bewegung kratzt immer nah an der Grenze zur Reizüberflutung. Nach einer gewissen Zeit in der leuchtenden Waldlandschaft rauscht der Kopf.

Dann allerdings kann man sich mit Glühwein, alkoholfreiem Punsch und Snacks beruhigen. Schlittschuhe können übrigens selbst mitgebracht oder ausgeliehen werden.

Ausstellung „Forest Winterlights“ im „Dark Matter“, Köpenicker Chaussee 46, 10317 Berlin, noch bis 15. Februar 2026, mittwochs und donnerstags 14 bis 22 Uhr, freitags 12 bis 23 Uhr, samstags 11 bis 23 Uhr und sonntags 11 bis 22 Uhr.