Der Berliner Senat hat grünes Licht für das neue Wohnungsquartier „Hohenschönhauser Straße – Weißenseer Weg“ gegeben. Im Lichtenberger Ortsteil Fennpfuhl sollen rund 580 Wohnungen sowie eine neue Grundschule mit Turnhalle und Großspielfeld entstehen. Der erklärte Baustaatssekretär Alexander Slotty nach der jüngsten Sitzung des schwarz-roten Senats. Dabei war der Entwurf für den Bebauungsplan beschlossen worden.
Das Plangebiet an der Ecke Hohenschönhauser Straße und Weißenseer Weg wird aktuell durch große, versiegelte Stellplatzanlagen geprägt. Ein Teil der Fläche wurde von der BVG als Busparkplatz genutzt.
Im neuen Wohnquartier sind neben den 580 Wohnungen zusätzlich 4000 Quadratmeter Fläche für Wohnungen für Studierende und Auszubildende vorgesehen. Wie Slotty erklärte, werden im Wohnquartier künftig rund 1000 Menschen in „bezahlbaren Wohnungen“ leben. Das höchste Gebäude des Quartiers soll 16 Geschosse haben. Die ersten sechs Etagen werden gewerblich genutzt, die übrigen Stockwerke sind für Wohnungen bestimmt. Geplant ist zudem auch eine mindestens viergeschossige Quartiersgarage. Die genaue Ausgestaltung des Sportgeländes wird in einer späteren Planungsphase entschieden.
Kleingärten und Vereinsheim soll erhalten bleiben
Im Planungsgebiet sind ein Vereinsheim der nahegelegenen privaten Kleingartenanlage „Langes Höhe“ und Tennisplätze des Vereins „SV Berliner Brauereien“. Beide sollen erhalten bleiben, betonte Slotty. Die Kleingärten selbst liegen nicht innerhalb des Plangebiets und sind von dem Neubauprojekt daher nicht direkt betroffen.
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Den Bau der Wohnungen übernimmt die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Howoge. Baubeginn soll im vierten Quartal 2026 sein. Eine Bauzeit von drei Jahren gilt Slotty zufolge als realistisch. Eine Vermietung der Wohnungen könnte demnach 2029 beginnen.
Die Hälfte der Wohnungen soll als sozialer Wohnungsbau gefördert werden. „Wir sind stolz, weiterhin Wohnungen in dem Preissegment anbieten zu können“, sagte Slotty. Gleichzeitig verwies er auf die steigenden Preise bei den Neuvermietungen, die auf die gestiegenen Baukosten zurückzuführen seien. Laut aktuellem Stand könnten die Wohnungen demnach für 12,50 Euro pro Quadratmeter angeboten werden.
Ruine des ehemaligen Sporthotels als „städtebaulicher Missstand“
Das Gebiet entlang der Hohenschönhauser Straße und der Konrad-Wolf-Straße ist bereits seit einigen Jahren von Veränderungen geprägt. Zuletzt entstanden mehrere große Neubauprojekte. Auf einem Privatgrundstück im nordöstlichen Bereich am Weißenseer Weg wurde bereits ein neues Wohngebäude errichtet. Gleichzeitig prägt das Sportforum Hohenschönhausen mit der Ruine des ehemaligen Sporthotels das Stadtbild.

Staatssekretär Slotty räumte ein, dass es sich bei der Ruine um einen „städtebaulichen Missstand“ handele. Gleichzeitig hoffe er nun, dass der beschlossene Bebauungsplan ein Impuls für das Umfeld sein könnte, eigene Ideen und Entwicklungen zu verwirklichen. Bausenator Christian Gaebler (SPD) betonte, dass das neue Quartier mit dem Mix aus Wohnen, Dienstleistungen sowie Schule und Sportanlagen „zur Stärkung und Attraktivität des Ortsteils Fennpfuhl beitragen wird.“
Der Bebauungsplanentwurf geht nun zur Zustimmung ans Abgeordnetenhaus. Die schwarz-rote Senatsverwaltung will mit diesem Projekt den Neubau von Wohnungen in Berlin voranbringen. Das selbst gesteckte Ziel von durchschnittlich 20.000 neuen Wohnungen pro Jahr hat sie allerdings bisher noch nicht erreicht.



