Direktkandidaten für die Bundestagswahl aus den Wahlkreisen Lichtenberg und Friedrichshain-Kreuzberg – Prenzlauer Berg Ost haben am Mittwochabend in Lichtenberg über den Ausbau der A100 diskutiert. Auf dem Podium saßen Ines Schwerdtner (Linke) und Danny Freymark (CDU), beiden aus Lichtenberg, sowie Carmen Sinnokrot (SPD) und Katrin Schmidberger (Grüne) aus Friedrichshain-Kreuzberg – Prenzlauer Berg Ost. Eingeladen hatte die Bürgerinitiative A100, die sich strikt gegen einen Weiterbau der Stadtautobahn ausspricht. Damit war der Rahmen für die Diskussion gesetzt.
Schnell wurde klar: Bei der Frage, wie es mit der A100 weitergehen soll, sind sich alle einig – zumindest fast alle. Das Projekt sei „viel zu teuer“ und „eine städtebauliche Katastrophe“, sagte Linken-Kandidatin Ines Schwerdtner. Die Grünen-Kandidatin Katrin Schmidberger bezeichnete die A100 als Beispiel, „wie man sich die Stadt kaputt bauen kann“. Und die SPD-Kandidatin Carmen Sinnokrot erklärte, es müssten dringend Konzepte gefunden werden, um den Verkehr am Ende des 16. Abschnitts am Treptower Park nicht im Chaos enden zu lassen.
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Alle drei Kandidatinnen waren sich einig: Einen Weiterbau des 17. Abschnittes darf es nicht geben. Lediglich CDU-Kandidat Danny Freymark schlug andere Töne an. Schließlich spricht sich seine Partei für einen Weiterbau der A100 aus. Dennoch war Freymark um Differenzierung bemüht. Als Lichtenberger und umweltpolitischer Sprecher seiner Fraktion im Abgeordnetenhaus habe er einen „kritischen Blick“ auf das Projekt. Angesichts der hohen Kosten sei er bei einem möglichen Weiterbau zumindest skeptisch. Er sei daher bereit, sich mit guten Argumenten überzeugen zu lassen.
Hohe Kosten und wenig Entlastung?
Hauptkritikpunkte gegen das milliardenschwere Bauprojekt sind vor allem die hohen Kosten. Diese werden mittlerweile insgesamt auf rund 1,8 Milliarden Euro geschätzt. Allein der 16. Abschnitt, der im ersten Halbjahr 2025 für den Verkehr freigegeben werden soll, verschlingt etwa 720 Millionen Euro. Der 17. Abschnitt könnte – sofern er denn kommt – nochmal teurer werden. Denn dieser soll nach derzeitiger Planung vom Treptower Park erst die Spree überqueren und anschließend in einem Doppelstocktunnel unter dem Ostkreuz verlaufen.
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Außerdem wurde kritisiert, dass es am Ende des 16. Abschnitts bisher noch keinen „qualifizierten Abschluss“, also kein Konzept zum Verkehrsverlauf, gibt. Die Autobahn trage damit kaum zur Verkehrsentlastung in der Innenstadt bei – auch da waren sich fast alle auf dem Podium einig. Meinungsverschiedenheiten kamen dafür bei anderen Themen auf.
Direktkandidaten im Wahlkampfmodus
Als eine Bürgerin aus dem Publikum kritisierte, dass sich die Politik von Lobbyisten beeinflussen lasse, widersprachen Sinnokrot (SPD) und Freymark (CDU) entschieden. Auch als das Gespräch kurz auf die Themen Wohnungsbau und „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ gelenkt wurde, wurde es hitzig.
Damit lieferten die Direktkandidaten einen Vorgeschmack auf den weiteren Verlauf des Wahlkampfs. Am Montag, dem 27. Januar, treffen im Kulturhaus Karlshorst erstmals alle Lichtenberger Direktkandidaten aufeinander. Bereits am Freitag, dem 24. Januar, empfängt Morgenpost-Chefredakteur Peter Schink die Berliner Spitzenkandidaten zur Diskussion im Zoo Palast.





