2019 stieg der Verein Lichtenberg 47 in die vierte Liga auf. Für eine Lizenzierung der Howoge-Arena „Hans Zoschke“ für Regionalliga-Spiele ist jedoch eine Teilüberdachung notwendig. Weil diese bislang fehlte, erfüllte das Stadion an der an der Normannenstraße noch nicht die Anforderungen an Spiele auf dieser Ebene. Nun erhält der Bezirk Lichtenberg 500.000 Euro für die Teilüberdachung.
Der Senat hatte in seiner Sitzung am Dienstag die Verteilung der Mittel der Parteien- und Massenorganisationen der ehemaligen DDR (PMO-Mittel) in Höhe von rund 12,1 Millionen Euro beschlossen. Gefördert werden damit Maßnahmen der wirtschaftlichen Umstrukturierungen sowie soziale und kulturelle Maßnahmen.

„Ich freue mich sehr, dass der Bezirk Lichtenberg den Ausbau der Howoge-Arena Hans Zoschke vorantreibt“, sagt Andreas Prüfer, Präsident des Vereins Lichtenberg 47. Mit den jetzt akquirierten Mittel für eine Tribünenüberdachung werde das Stadion zukunftsfest. Der SV Lichtenberg dankt Bürgermeister Michael Grunst (Linke) für sein unermüdliches Engagement.
Das Stadion habe nicht nur historischen Wert, meint Grunst, sondern sei auch ein echtes Stück Lichtenberg. „Wer noch ehrlichen Fußball in familiärer Atmosphäre erleben will, der sollte ins Hans-Zoschke-Stadion gehen”, so der Bezirksbürgermeister, der sich freudig-überrascht zeigte, dass sein Antrag für die Teilüberdachung bei der Senatsverwaltung bewilligt wurde.
Die Mittel stammen aus dem Vermögen der Parteien- und Massenorganisationen der ehemaligen DDR. Lichtenberg hatte fünf Projekte beantragt, von denen drei bewilligt wurden. Der Bezirk erhält insgesamt 646.420 Euro zur Förderung nicht staatlicher Projekte mit sozialem beziehungsweise kulturellen Zweck. Insgesamt 146.420 Euro gehen an den Campus für Demokratie für die Beschaffung von Studioausstattung für Onlinesendungen und das Deutsch-Russische Museum Karlshorst für die Errichtung von Infopoints im ehemaligen Sperrgebiet.

Das Hans-Zoschke-Stadion wurde zwischen 1949 und 1952 auf dem Sportplatz Normannenstraße erbaut. Anlass waren die Weltfestspiele. Namensgeber für das Stadion war der 1944 von den Nationalsozialisten hingerichtete Sportler und antifaschistische Widerstandskämpfer Hans Zoschke. 1973 plante das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) den Abriss der Sportstätte, um bauliche Erweiterungen der benachbarten MfS-Zentrale vorzunehmen. Dies verhinderten die Witwe Zoschkes, Elfriede Zoschke, sowie das Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer.
2009 wurde das Hans-Zoschke-Stadion in Howoge-Arena „Hans Zoschke“ umbenannt. Die Umbenennung beruht auf einer Kooperation zwischen dem SV Lichtenberg 47, dem Bezirk und der Wohnungsbaugesellschaft Howoge.
Sonntag spielt Lichtenberg 47 nach über einem halben Jahr wieder vor Zuschauern
Die neue Teilüberdachung sei auch eine klare Botschaft an die Regionalliga, findet Bezirksstadtrat Martin Schaefer (CDU), unter anderem zuständig für Sport: „Lichtenberg 47 ist gekommen, um zu bleiben – und wer weiß, vielleicht geht ja irgendwann mal sogar noch mehr.“
Erstmals seit Oktober 2020 findet am Sonntag, 11. Juli, um 13 Uhr wieder ein echtes Heimspiel in der Hans-Zoschke-Arena statt. Dann können Zuschauer live Lichtenberg 47 gegen Ligakonkurrent Energie Cottbus zum Vorbereitungsspiel zujubeln.
Die Pandemie-Einschränkungen zum Spiel stehen auf der Internetseite und Facebookseite des Vereins.


