Vor den Augen zahlreicher Besucher ist am Montag ein Giraffen-Jungtier im Tierpark Berlin geboren worden. Das Junge sei noch etwas wackelig auf den Beinen, aber bereits putzmunter, teilte der Tierpark am Nachmittag mit. Giraffen gebären im Stehen, darum ist das Jungtier bei der Geburt aus knapp zwei Metern gestürzt. „Eine Giraffengeburt live zu erleben, ist in jeder Hinsicht etwas ganz Besonderes – zumal es nur noch 1400 erwachsene Rothschild-Giraffen in ihrem natürlichen Lebensraum gibt“, sagte Tierparkdirektor Andreas Knieriem und schwärmte weiter von einem „Wunder der Natur“, dass die Besucher miterleben durften. „Als Zoo-Tierarzt weiß ich, dass wir hier auf die natürlichen Instinkte der Mutter vertrauen müssen. Wir können bei Amalka aber zuversichtlich sein, dass sie sich auch dieses Mal wieder fürsorglich um ihren Nachwuchs kümmern wird“, so Knieriem weiter.
Giraffen können kurz nach der Geburt laufen, die Väter kümmern sich nicht
Bei Fluchttieren wie den Giraffen sind die Jungtiere bereits kurze Zeit nach der Geburt in der Lage zu laufen. Um die Geburt und das Heranwachsen noch natürlicher zu gestalten, werden die erfahrene Mutter und ihr Jungtier von Beginn an Teil der Gruppe sein. Wie für Giraffen typisch, ist Vater Jabulani (12) nicht in die Aufzucht des Jungtiers involviert. Mit etwas Glück wird dies nicht das einzige Jungtier in diesem Sommer bei der Giraffenherde bleiben. Neben Amalka, Jabulani und dem noch namenlosen Nachwuchs leben derzeit sechs weitere Giraffen im Tierpark Berlin.

Bereits bei der Geburt wiegen Giraffen 60 Kilogramm und erreichen eine Höhe von rund 1,80 Metern. Schließlich gehören sie zur höchste Gattung Landtier der Erde. Nur der markante Kopfschmuck – der sogenannte Knochenzapfen – fehlt optisch noch. Obwohl sie bereits im Mutterleib gebildet werden, stellen sich die kleinen „Hörnchen“ erst etwa eine Woche nach der Geburt auf.
Ein ausgewachsener Giraffenbulle kann bis zu 1200 Kilogramm schwer werden. „Rothschild-Giraffen sind in ihrer Heimat in Kenya und Uganda vor allem durch illegale Jagd und die Ausweitung der Landwirtschaft bedroht. Auch die Fragmentierung und Zerstörung von Lebensräumen haben dazu geführt, dass die Rothschild-Giraffe fast in ihrem gesamten früheren Verbreitungsgebiet ausgerottet wurde“, berichtet Säugetierkuratorin Maren Siebert. „Umso glücklicher können wir über diesen Nachwuchs sein und drücken die Daumen, dass er sich ebenso gut entwickelt, wie seine Schwester Frieda.“


