Karlshorst

Für Fußgänger und Radfahrer: Blockdammbrücke wird erneuert

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Jan-Henrik Hnida
1982 wurde die Blockdammbrücke in Karlshorst erbaut. Der Neubau einer Fuß- und Radwegbrücke über die Gleisanlagen wurde nun von der Lichtenberger BVV mehrheitlich befürwortet. 

1982 wurde die Blockdammbrücke in Karlshorst erbaut. Der Neubau einer Fuß- und Radwegbrücke über die Gleisanlagen wurde nun von der Lichtenberger BVV mehrheitlich befürwortet. 

Foto: Jan-Henrik Hnida

Dem Neubau der Blockdammbrücke in Karlshorst stimmt Lichtenberger BVV zu. Provisorium aus DDR-Zeiten ist veraltet.

Stellt man sich ans nördliche Ende des Blockdammwegs in Karlshorst, kommen einem fast minütlich Radfahrer und Fußgänger entgegen. Wie wichtig und beliebt die Blockdammbrücke für die Berliner ist, zeigt auch ein junger Vater, der den Kinderwagen über den alten Überweg schiebt. „Ich überquere die Schienen zweimal täglich. Wird aber Zeit, dass das DDR-Provisorium neu gemacht wird“, sagt der Karlshorster, während unter ihm eine S-Bahn fährt. Großflächiger Rost, der Bauzaun am Geländer und eine Menge Schmierereien zeigen – da muss was passieren.

Den Neubau der Blockdammbrücke als Fuß- und Radwegbrücke hat nun die Lichtenberger Bezirksverordnetenversammlung (BVV) beschlossen. Der Bezirk will notwendige Zuarbeiten und Vorleistungen erbringen, damit er gemeinsam mit dem Senat zügig in die Umsetzung kommt. Dazu beigetragen dürfte das Engagement von Carlesshorst, einer Initiative von Karlshorstern, die sich als Teil von Changing Cities für die Verkehrswende einsetzen.

Die 1982 gebaute, in die Jahre gekommene Behelfsbrücke über das Bahngelände stellt auf 4,3 Kilometern Länge die einzige gesicherte Rad- und Fuß-Verbindung zwischen dem Ostkreuz und der Treskowallee dar, informiert die Initiative. Sie wird von Fußgängern und Radfahrern stark genutzt und dient als Schulweg zu mehreren Grundschulen. Als wichtige Radverbindung bietet sie auch Anschluss vom Europa-Radweg R1 nach Norden unter Umgehung der Treskowallee sowie aus dem Karlshorster Ortszentrum Richtung Blockdammweg.

Der Neubau der Blockdammbrücke als Fuß- und Radwegbrücke bietet für den Stadtteil die Chance, den gestiegenen Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur in geeigneter Weise zu begegnen, sagt Dirk Maier von Carlesshorst. Es sei ein deutliches Zeichen für eine neue Mobilitätskultur im Bezirk. Die Fahrt mit dem Auto könne damit durch kürzere Wege vermieden, attraktive und multifunktional nutzbare öffentliche Räume gestaltet und dabei zugleich Kinder als die schwächsten Verkehrsteilnehmer zum Maßstab gemacht werden.

Auch hinsichtlich der Bevölkerungsprognose 2018 bis 2030 wird der Brücken-Neubau notwendig. Laut Zahlen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen sei Karlshorst einer der Prognoseräume mit der stärksten Bevölkerungszunahme in ganz Berlin. 1.100 Wohnungen werden in der Parkstadt neu gebaut, und auch durch die Neubauvorhaben in der Wandlitzstraße ist mit zunehmenden Mobilitätsanforderungen zu rechnen, meint Carlesshorst. Zukünftig wird es also noch enger.

Die neue Blockdammbrücke kann an der ursprünglichen Position (Widerlager vorhanden) als Fuß- und Radwegbrücke wiedererrichtet werden, schlägt die Initiative vor. Die Wandlitzstraße biete sich dabei als ideale Fahrradstraße an. Ein problemloser Auf- und Abgang könne von dort aus über eine Schräge erfolgen.

Eine breitere Brücke bietet auch Platz für anliegende Bänke. Carlesshorst verweist auf Vorbilder in Dänemark (Odense, Kopenhagen), Südtirol (Fußgänger- und Fahrradbrücke Steinmannwald) oder München (Arnulfsteg, Planung Klenzesteg) und hofft so, bei den Berliner Verantwortlichen Ideen, Anregungen und Lust auf das Vorhaben zu entwickeln.

Die Initiative regt an, dass zeitnah geprüft werden soll, ob der Brückenneubau mit Bundesmitteln aus dem aktuell aufgelegten Sonderprogramm „Stadt und Land” des BMVI für Fahrradinfrastruktur gefördert werden kann.