Lichtenberg

Notunterkunft für Obdachlose eröffnet in Lichtenberg

Die Obdachlosen der Rummelsburger Bucht können ab Donnerstag nach Karlshorst ziehen. 30 Plätze stehen zur Verfügung.

Während der Kältezeit ist die Unterkunft in der Köpenicker Allee geöffnet.

Während der Kältezeit ist die Unterkunft in der Köpenicker Allee geöffnet.

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin.  Nun also doch: Die Obdachlosen in Lichtenberg können in eine Notunterkunft an der Köpenicker Allee 146-162 ziehen. Bereits im Dezember hatte die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales dies angekündigt.

Ab Donnerstag, 18 Uhr, steht die Kälte-Unterkunft nun für Wohnungslose zur Verfügung. Bis 30. April können Wohnungslose dort in beheizten Räumen nächtigen. Das Angebot gelte explizit für die Bewohner der Rummelsburger Bucht und die auf dem Bahnhofsvorplatz Lichtenberg lebenden Obdachlosen, heißt es von Seiten des Bezirksamts.

Tagesangebote in der Unterkunft

Die Unterkunft in Karlshorst soll aber nicht nur Notschlafstätte sein. Auch tagsüber bleibt die Unterkunft für besondere Zwecke geöffnet. Eine Kleiderkammer und eine Gepäckaufbewahrung werden eingerichtet und eine Vermittlungsberatung wird angeboten. Diese soll bei der Koordination von Amtsterminen helfen.

30 Übernachtungsplätze stehen in der Unterkunft für Obdachlose zur Verfügung. Bei Bedarf können diese auf 60 aufgestockt werden. Zu Hochzeiten hatte das Camp an der Rummelsburger Bucht über 100 Bewohner. Aktuell leben jedoch nur noch 25 bis 30 Personen dort, sagt ein Pressesprecher des Bezirksamts. „Viele Obdachlose sind über die Feiertage von dort weggezogen und bisher nicht wiedergekommen.“

Bürgermeister hofft auf Akzeptanz der Obdachlosen

Das Leben auf der Straße sei unwürdig, schwierig und gefährlich, heißt es weiter von Seiten des Bezirks. „Dass wir die Rummelsburger Bucht nicht sofort geräumt haben, fanden wir richtig, hat uns aber viel Kritik eingebracht“, so der Sprecher des Bezirksamts. Bezirksbürgermeister Michael Grunst hofft, dass das Angebot angenommen wird. „Wir brauchen Angebote in der Obdachlosenhilfe, die bei den Betroffenen ankommen“, sagt der Linken-Politiker. „Hier müssen Senat, Bezirke, Einrichtungen und die von Obdachlosigkeit betroffenen Menschen gemeinsam an bedarfsgerechten Lösungen arbeiten.“

Auch auf dem Bahnhofsvorplatz Lichtenberg ist die Zahl an Obdachlosen kontinuierlich zurückgegangen. Aktuell leben dort noch sechs Personen, teilt der Bezirks-Pressesprecher mit. „Wir sind dort weiterhin mit Sozialarbeitern aktiv“, sagt er weiter. „Jeder Tag, den wir dort haben, und den wir nutzen, um die Obdachlosen zu überzeugen, in eine Unterkunft zu ziehen, ist Gold wert.“ Zuletzt hatte die Deutsche Bahn im Dezember kurzfristig angekündigt, den Vorplatz räumen lassen zu wollen. Unternehmen und Bezirksamt konnten sich schließlich auf eine Frist bis Ende Januar einigen. Spätestens dann wolle man Bauarbeiten durchführen und die Obdachlosen entfernen lassen.