Vorwurf

AfD-Verordneter soll bei Bürgerdialog zugeschlagen haben

Ein Internet-Video zeigt, wie ein Bezirksverordneter einen Mann eine Ohrfeige gibt. Der AfD-Politiker will sich dazu nicht äußern.

Die AfD plakatiert mit dem Slogan: „Mut zur Wahrheit“. Zu dem Vorwurf, er sei übergriffig geworden, will sich ein Verordneter der AfD Lichtenberg nicht äußern.

Die AfD plakatiert mit dem Slogan: „Mut zur Wahrheit“. Zu dem Vorwurf, er sei übergriffig geworden, will sich ein Verordneter der AfD Lichtenberg nicht äußern.

Foto: Sachelle Babbar / ddp images/ZUMA

Berlin. Ein Bezirksverordneter der AfD Lichtenberg steht im Verdacht, bei einer Bürgerversammlung einen Besucher geschlagen zu haben. Der Vorfall ist auf einem Video dokumentiert, das der Tagesspiegel veröffentlichte. In dem kurzen Ausschnitt ist in mäßiger Qualität zu sehen, wie der AfD-Verordnete Michael Kossler einer Person mit dem Handrücken ins Gesicht schlägt.

Der Vorfall ereignete sich am 23. September bei einem von der AfD veranstalteten „Bürgerdialog“ im Ratssaal. Nach Angaben der Partei erschienen dazu rund zwei Dutzend Bezirksverordnete der AfD und „eine 17 Personen umfassende Gruppe, angeführt von einem alten weißen Mann“. Diese Personen hätten sich „furchtbar“ aufgeführt, heißt es in einer im Internet verbreiteten Mitteilung der AfD Lichtenberg. Sie hätten die Veranstaltung durch „Zwischenquatschen, Beleidigungen, Klappern und sinnloses Klatschen“ gestört.

Auf dem Internetvideo ist zu erkennen, wie der AfD-Politiker Kossler ein Handy in der Hand hält, dem Augenschein nach, um eine Person zu filmen. Eine weitere Person greift offenbar nach dem Handy, mutmaßlich um es herunterzuziehen. Kossler holt daraufhin kurz aus und schlägt der Person, die nach dem Telefon greift, mit dem Handrücken ins Gesicht.

Bisher keine Anzeige erstattet

Wie stark der Schlag war, kann anhand des Videos nicht beurteilt werden. Laut Tagesspiegel hat der Betroffene bisher keine Anzeige erstattet. Kossler selbst äußerte sich auf Anfrage der Berliner Morgenpost nicht. Auf die Frage, ob er den Mann geschlagen habe und seine Sicht der Dinge darstellen wolle, sagte der Bezirksverordnete lediglich: „Kein Kommentar.“

Mitglieder der AfD Lichtenberg gerieten schon häufiger in die Schlagzeilen, meist weil sie mit rechtsextremen Parolen oder Verbindungen auffielen, etwa als Redner bei den rechtsextremen „Bärgida“-Demonstrationen. Der Vorsitzende des Kreisverbandes und sein Stellvertreter, Marius Radtke und Karsten Woldeit, gelten dagegen als für AfD-Verhältnisse gemäßigt.