Rummelsburger Bucht

BVV beschließt Bebauungsplan für Rummelsburger Bucht

Eine Bürgerinitiative wollte die Touristenattraktion „Coral World“ verhindern. Am Montag stimmte die BVV für den umstrittenen Plan.

Sonnenaufgang über der Rummelsburger Bucht.

Sonnenaufgang über der Rummelsburger Bucht.

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin. Der umstrittene Bebauungsplan für die Rummelsburger Bucht in Lichtenberg ist von der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am späten Montagabend genehmigt worden. Gegen das Vorhaben stimmten nur zwei Grünen-Abgeordnete, zwei Linke und eine Fraktionslose, wie es hieß. Die Diskussion verlief hitzig: Eine Gegnerin der Bauvorhaben wurde nach Zwischenrufen von der Polizei aus dem Saal getragen, wie der RBB berichtete.

Eine Bürgerinitiative hatte zuvor versucht, die geplante Touristenattraktion „Coral World“ an der Rummelsburger Bucht zu verhindern und mehr als 1000 Unterschriften für einen Einwohnerantrag gesammelt.

"Coral World": Park mit Wassergärten, Terrassen und Bassins soll entstehen

Das Vorhaben „Coral World“ will ein israelischer Investor realisieren. Er hat ähnliche Anlagen bereits in Israel, Australien, auf Hawaii und Mallorca errichtet. In Berlin will er sie auf einer der letzten unbebauten Flächen an der Rummelsburger Bucht umsetzen. Ein Park mit Wassergärten, Terrassen, Bassins und Pflanzflächen soll dort entstehen. Außerdem ist ein Wasserhaus geplant. Ein Korallengarten und eine Regenwaldlandschaft sind ebenfalls Teil des Vorhabens.

Der Wasserpark "Coral World" und das Wasserhaus sollen auf insgesamt 22.000 Quadratmetern entstehen. Die Investitionssumme liegt bei etwa 40 Millionen Euro. Rund 500.000 Besucher pro Jahr werden erwartet. Das Projekt ist Teil des Bebauungsplanes Ostkreuz für das Quartier Mole. Es liegt zwischen Kynaststraße, Marktstraße, Karlshorster Straße und Paul-und-Paula-Ufer.

Der Plan wurde vor mehr als 25 Jahren begonnen, ist jedoch immer noch nicht festgesetzt. Im Einwohnerantrag wurde die BVV aufgefordert, der Festsetzung nicht zuzustimmen. Zur Begründung heißt es, die geplanten Projekte im Quartier Mole, zu denen das „Coral World“ gehört, seien nicht im Interesse der Anwohner. Für die hohe Zahl der erwarteten Besucher fehle ein Verkehrskonzept.

Bürgerinitiative kündigte Gang vor das Oberverwaltungsgericht an

„An diesem Standort werden dringend günstiger Wohnraum, Kita- und Schulplätze, Platz für inhabergeführte Läden, Kulturangebote und Gemeinschaftsprojekte, sowie Stadtnatur und Freiräume gebraucht.“ Im Einwohnerantrag wurde das Bezirksamt auch aufgefordert, zu prüfen, ob ein Schulstandort auf dem Gebiet möglich wäre. Die Bürgerinitiative wies zuvor darauf hin, dass sie eine Klage beim Oberverwaltungsgericht Berlin vorbereitet, falls der Bebauungsplan beschlossen werden sollte.

Zu den Investoren im Quartier Mole gehören neben der Coral World Berlin GmbH auch die Streletzki Gruppe, die Padovicz Gruppe und die Investa Development GmbH. Auch die Howoge will ein Vorhaben auf dem Gebiet realisieren. Die Streletzki Gruppe errichtet derzeit in unmittelbarer Nachbarschaft, an der Rummelsburger Bucht in Friedrichshain, ein Bürogebäude mit 300 Meter Länge und bis zu zehn Geschossen.

Berliner Grüne: "Beton bleibt für 100 Jahre"

Die Berliner Grünen-Abgeordnete Daniela Billig teilte zur Entscheidung der BVV mit: „Die Rummelsburger Bucht ist ein für Berlin wichtiger Natur-, Frei- und Kulturraum - und zwar nicht nur für die Anwohner*innen, sondern für alle. Wir Grüne stellen uns gegen das alte System der Berliner Stadtentwicklung und wir haben uns klar gegen den Bebauungsplan ausgesprochen. Es ist bedauernswert, dass dies keine Mehrheit gefunden hat. Der Beton, der dort gegossen wird, bleibt für 100 Jahre."