Park

Maulbeerbäume erinnern an preußische Tradition

An eine kulturgeschichtliche Tradition Preußens wird in Lichtenberg nahe dem Weitlingkiez erinnert. Auf dem ehemaligen Friedhof an der Rummelsburger Straße wurden jetzt zehn Maulbeerbäume gepflanzt.

Sie kamen als Ausgleich für Bäume in den Boden, die dem Bauvorhaben am Ostkreuz weichen mussten. Im 18. Jahrhundert hatte Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. den großflächigen Anbau von Maulbeerbäumen für die Seidenraupenzucht verfügt, um von kostspieligen Importen aus China unabhängig zu werden. In Lichtenberg machte sich damals der Pfarrer und Schulmeister Johann Ludwig Weitling um die Pflanzung dieser Bäume und die Seidenraupenzucht verdient. Die heute nach ihm benannte Weitlingstraße war voll mit Maulbeerbäumen bepflanzt.

Bau- und Umweltstadtrat Andreas Geisel (SPD): Als Straßenbäume eignen sie sich aber wegen ihrer ausladenden und schrägen Äste nicht mehr. Sie würden stark den Verkehr behindern. Mit der Übersiedlung der Hugenotten aus Frankreich hatte die Seidenproduktion einen großen Aufschwung genommen. Die erste Plantage von Maulbeerbäumen wurde auf dem Parkgelände des heutigen Schlosses Bellevue angelegt.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.