Bauprojekt

"Weiße Taube" soll zu Ende gebaut werden

Das Wohngebiet "Weiße Taube" wurde nie komplett fertiggestellt. Zwar befinden sich dort bereits Wohnungen, Geschäfte und zwei Kitas. An der Landsberger Allee jedoch liegt ein braches Gebiet. Baustadtrat Andreas Geisel (SPD) verkündete nun den Ausbau des Viertels. Es soll unter anderem zur Errichtung eines großen Einrichtungshauses kommen.

Das Wohngebiet "Weiße Taube" soll weitergebaut werden. Das sehen neue Pläne des Bezirksamtes für diesen Kiez mit dem historischen Namen vor. Er liegt nördlich der Landsberger Allee zwischen Arendsweg und Ferdinand-Schultze-Straße.

Baustadtrat Andreas Geisel (SPD): "Wir werden den städtebaulichen Vertrag von 1994 mit den Investoren Max Aicher und Artur Brauner im gegenseitigen Einvernehmen auflösen." Damit wolle man den Weg freimachen, um einen neuen Bebauungsplan für die mangels Nachfrage verbliebene Brache an der Landsberger Allee festzusetzen, so Geisel. Dann könnten nach dem Verkauf der Grundstücke neue Investoren Ideen einbringen. Der Stadtrat denkt an den Bau weiterer Wohnungen und an kleine Einzelhandelszentren.

Hintergrund: Auf dem etwa 15 Hektar großen Gelände sollten etwa 1500 Wohnungen, Geschäfte, fünf Kitas, eine Schule und ein Wohnpark entstehen. Im vorderen Teil an der Landsberger Allee waren Büro-, Gewerbe und Dienstleistungsbauten mit einer Fläche von 140 000 Quadratmetern sowie von UCI ein Multiplexkino geplant. Vorgesehene Gesamtkosten für das Mammutprojekt: eine Milliarde Euro. Geschaffen wurden etwa 1100 Wohnungen, Geschäfte (5000 Quadratmeter Verkaufsfläche), zwei Kitas, mehrere Straßen und ein Park mit Spielplätzen zwischen den Häuserzeilen.

Zurück blieb an der Landsberger Allee aber eine zum Teil von Unkraut überwucherte Brache, die nun für Zirkus-Gastspiele genutzt wird. Der Wohnungsleerstand liegt bei den neu gebauten Wohnungen bei nur fünf Prozent. Anwohner befürchten allerdings, dass sich zu viel Gewerbe ansiedelt. Dann sei es mit der Ruhe im Wohngebiet vorbei, so der allgemeine Tenor.

Geisel: "Die bisherigen Investoren sind noch verpflichtet, für 1,3 Millionen Euro zwei Straßen zu vollenden und einen kommunalen Jugendklub zu bauen." Der Stadtrat hofft, dass die nun für 2010 angekündigte Eröffnung des Ikea-Einrichtungshauses auf der Straßenseite gegenüber eine Sogwirkung auf neue Investoren ausübt. Man werde sich aber hüten, jede Brache zuzupflastern, sagt er.

Der Möbelkonzern will in der "Weißen Taube" auch noch ein Grundstück loswerden. Er hatte ein Gelände zur Ferdinand-Schultze-Straße hin erworben, weil die Ikea-Filiale eigentlich auf der Nordseite der Landsberger Allee gebaut werden sollte. Im Gespräch ist für die Fläche ein Wildtierpark. Der Name "Weiße Taube" stand einst für eine Poststation und zu DDR-Zeiten für eine Großgärtnerei.

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