Proteste gegen symbolischen Spatenstich am Olivaer Platz

Mit Protest wurde am Mittwochnachmittag Stadtentwicklungsstadtrat Oliver Schruoffenegger (Grüne) zu seinem symbolischen Spatenstich am Olivaer...

Der Spatenstich war so symbolisch, dass Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) nicht einmal einen Spaten zum Olivaer Platz mitgebracht hatte. Doch wahrscheinlich wäre er an jeglicher Buddelei von der Bürgerinitiative, die mit großem Aufgebot zum Termin am Mittwochnachmittag erschienen war, auch gehindert worden. Bunte Protest-Girlanden hatten sie im Park aufgespannt, viele trugen Buttons an der Brust: "Rote Karte für Kahlschlag-Sanierer" stand drauf" oder "Bäume killen für Umgestaltung - Ohne uns". Nach zehn Jahren der Planung und Diskussion prallen die Interessen, was eine Umgestaltung des Platzes angeht, unvermindert heftig aufeinander.

Maßgeblich ausgetragen wird dieser Konflikt zwischen zwei Bürgerinitiativen, die sich gegenseitig den Vertretungsanspruch in der Causa Olivaer Platz absprechen. So will der Förderkreis Neuer Olivaer Platz mit Unterstützung der SPD und Grünen im Bezirk eine Umgestaltung auf Grundlage des Entwurfs des Landschaftsarchitekturbüros Rehwaldt aus Dresden. Dieser gewann 2011 einen Wettbewerb, der nach wie vor die Grundlage für den Bebauungsplan bildet. Doch er sieht vor, weite Teile des Platzes einschließlich der Staudenhochbeete abzureißen und mit Rasenflächen zu ersetzen. Doch genau das will die Bürgerinitiative Olivaer Platz verhindern. "Der Platz ist jahrzehntelang vernachlässigt worden", steht im Zentrum der Proteste. Die BI will den alten Baumbestand sowie die Beetstruktur erhalten und wünscht sich lediglich eine Sanierung der Wege, Beetumrandungen und Treppenanlagen sowie neue Stadtmöbel wie Bänke und Papierkörbe. Auch die Zahl der 128 Parkplätze, deren Verschwinden vor allem die Grünen gefordert hatten, soll unangetastet bleiben.

"Die Bebauungsplanverfahren laufen, sind aber noch nicht abgeschlossen. Nach zehn Jahren sind wir aber in einer Situation, in der wir endlich mal zu Potte kommen müssen", verteidigte Schruoffeneger die Pläne des Bezirksamts, in diesem Jahr mit Maßnahmen "im Bestand" zu beginnen, die nicht vom Bebauungsplan betroffen seien. Der Mittwochstermin sei so gesetzt worden, weil der Bezirk am Ende der Sommerferien die Arbeiten ausschreiben müsse. Vorgesehen sei der Abriss des größten Teil der Mauer zur Lietzenburger Straße, die von einer Pflanzung zur Straße hin ersetzt werden soll. Zudem sollten elf Bäume von insgesamt 148 gefällt werden. Gutachten hätten nach Angaben des Leiters des Grünflächenamtes, Walter Schläger, ergeben, dass diese Bäume nicht mehr über die erforderliche Standfestigkeit verfügten.

Doch auch diese ersten Maßnahmen fanden bei der Mehrheit der Anwesenden kein Gefallen. Schruoffeneger versprach, die zu fällenden Bäume rechtzeitig vorher markieren zu lassen und den aktuellen Umgestaltungsplan, der als Grundlage für den Bebauungsplan im Herbst zum dritten Mal öffentlich ausgelegt werden soll, im Schaukasten am Platz aufzuhängen.