Die neue Halle 27 dient als Ausweichfläche während der Sanierung der Bestandsgebäude der Messe und danach als Erweiterung der Flächenkapazität. Von Andreas Abel Die Berliner Messegesellschaft baut für 55 Millionen Euro eine weitere Halle auf ihrem Gelände in Charlottenburg. Dies habe der Aufsichtsrat einstimmig beschlossen, teilte die Messe Berlin GmbH mit. Die künftige Halle 27 soll im Herbst 2018 fertiggestellt sein. Sie soll auf einer Ebene eine multifunktionale und stützenfreie Veranstaltungsfläche von 10.000 Quadratmetern bieten und zwischen den großen Messen auch eine Nutzung für Kongresse ermöglichen.

Die Halle werde zunächst als Ausweichfläche benötigt, denn in den nächsten Jahren sollen mehrere bestehende Hallen unter dem Funkturm saniert werden, erklärte die Messegesellschaft. Die Halle 27 werde zudem den Rundlauf des Geländes schließen und nach Abschluss aller Sanierungsarbeiten als zusätzliche Flächenkapazität zur Verfügung stehen. Damit werde der stetig wachsenden Nachfrage nach Veranstaltungsfläche an diesem Standort Rechnung getragen. Erst 2014 war in Sichtweite die Messe- und Kongresshalle „CityCube“ mit einer Ausstellungsfläche von insgesamt 12.000 Quadratmetern auf zwei Ebenen eröffnet worden.
Wichtiges Signal für die Stärkung des Standorts
„Der Beschluss des Aufsichtsrates ist ein wichtiges Signal für die weitere Stärkung der Messe- und Kongressstadt Berlin“, erklärte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne), zugleich stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates der Messe Berlin. „Wir werden das Projekt unverzüglich ausschreiben und dann schnellstmöglich mit dem Bau beginnen“, sagte Christian Göke, Vorsitzender der Messe-Geschäftsführung. Die Investitionssumme von 55 Millionen Euro finanziere die Messe aus eigenen Mitteln. Ziel sei die Eröffnung vor der Fachmesse für Verkehrstechnik „InnoTrans“ im Herbst 2017, um einen problemlosen Ablauf der Leitmessen garantieren zu können, so Göke. Dazu gehören neben der InnoTrans die Funkausstellung IFA, die Tourismus-Börse ITB, die „Fruit Logistica“ sowie die Grüne Woche.
Landeseigenes Unternehmen erzielt Rekordumsatz
Die Messe gilt als wichtiger Wirtschaftsfaktor für das Land Berlin. Mit dem letzten Geschäftsjahr sei ein Rekordumsatz von voraussichtlich 308 Millionen Euro erzielt worden, Aussteller und Besucher hätten zudem einen zusätzlichen Kaufkraftzufluss in Höhe von 1,7 Milliarden Euro erzeugt, erklärte das zu 99,7 Prozent dem Land Berlin gehörende Unternehmen am Freitag. Der Löwenanteil werde auf den fünf internationalen Leitmessen generiert. Um die notwendige schrittweise Sanierung und Modernisierung der bestehenden Messehallen anzugehen, sei eine Ausweichfläche für den Schutz des Bestandsgeschäftes unumgänglich. Wo und in welcher Reihenfolge mit den Sanierungen begonnen werde, stehe noch nicht fest, sagte Messesprecher Emanuel Höger der Morgenpost.
Streit in der Vergangenheit
Um das Kongressgeschäft hatte es in der Vergangenheit Streit zwischen dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) und der Messegesellschaft gegeben. Müller erwartete angesichts fehlender Kongressflächen in Berlin, dass die Messe sich im Sinne der Stadtrendite auf ihren Flächen stärker für Kongresse engagiert.

