Käthe-Kollwitz-Museum feiert 30-jähriges Bestehen

Es war heiß unterm Dach. Und voll.

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Brigitte Schmiemann

Es war heiß unterm Dach. Und voll. Aber anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Käthe-Kollwitz-Museums hörten die geladenen Gäste den Rednern gerne zu. Von Brigitte Schmiemann Einen zweiseitigen Zettel mit den Namen derjenigen, die Eberhard Diepgen begrüßen sollte, hatte Museumsleiterin Iris Berndt dem Vorsitzenden des Trägervereins noch schnell in die Hand gedrückt, bevor der mit seiner Rede begann. Er nannte viele, die in den vergangenen 30 Jahren dafür gesorgt hatten, dass das Käthe-Kollwitz-Museum an der Fasanenstraße überhaupt an den Start gehen konnte und sich auch noch gut entwickelte. Allen voran nannte er Hans Pels-Leusden, der mit fast 100 Kollwitz-Werken den Grundstock des neuen Museums lieferte. Der West-Berliner Antiquar und Kunstsammler hatte dem Museum auch sein Vermögen zur Verfügung gestellt. Die Erbengemeinschaft von Käthe Kollwitz hatte dem Museum zu seiner Gründung zudem die Rechte für einen einmaligen Guss des kompletten plastischen Werkes, 15 Bronzegüsse, gestiftet. Die Gusskosten trug wiederum Hans Pels-Leusden. Der Freundeskreis des Museums unterstützt das Museum durch ehrenamtliches Engagement und durch Ankäufe von Kunstwerken. So konnte beispielsweise Plakate wie "Nie wieder Krieg" erworben werden. "Ohne dieses ehrenamtliche Engagement wäre das hier nicht möglich gewesen", sagte Diepgen. Er danke allen, die in den vergangenen zehn Jahren am Erfolg des Privatmuseums mitgewirkt hatten. Angesichts der niedrigen Zinsen jedoch, sei der Betrieb solch eines Privatmuseums sehr schwierig. Deshalb sei er dankbar, dass sich Berlin inzwischen mit einer institutionellen Förderung an den Kosten beteiligt. "Das sorgt dafür, dass das Museum nicht aus der Substanz leben muss", so Diepgen. Den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, begrüßte Eberhard Diepgen nicht nur aus protokollarischen Gründen besonders gerne, wie er betonte. Seine Anwesenheit spanne den Bogen von der Eröffnung des Museums vor 30 Jahren bis heute.

Am 31. Mai 1986 hatte Eberhard Diepgen das Käthe-Kollwitz-Museum eröffnet. In seiner damaligen Funktion als Regierender Bürgermeister von Berlin. Noch mit dem Sitz im Rathaus Schöneberg. Die Hoffnung, dass das Käthe-Kollwitz-Museum eine Perle in der Berliner Museumslandschaft werde, habe sich erfüllt. Auch Michael Müller bezeichnete das Museum als "besonderen Glücksfall für Berlin". Dank der damaligen Initiative von Bürgern gegen Pläne der autogerechten Stadt und dank des Stifters Pels-Leusden sei mit dem Museum ein Kulturort an der Fasanenstraße entstanden, benachbart vom Literaturhaus und der Villa Grisebach, den Berlin seit 2014 fördert. Das Käthe-Kollwitz-Museum gehört laut Müller zu den verborgenen Schätzen, den Perlen, die Berlin hat. Rund 26.000 Gäste zählt das Haus pro Jahr. Anlässlich des Jubiläums ist das Käthe Kollwitz Museum Köln zu Gast im Berliner Käthe-Kollwitz-Museum. Die Direktorin des Berliner Museums, Iris Berndt, sagte, sie sei "sehr glücklich, dass die Kölner Kollegen uns ein Herzstück ihrer Sammlung für drei Monate ausgeliehen haben". Zu sehen sind 22 Zeichnungen und druckgraphische Blätter der Jahre 1910/11. "Es ist ein Blick in die Werkstatt der Künstlerin, der in dieser Vollständigkeit so noch nie außerhalb von Köln gezeigt wurde. Eine Kunst, die zu dem Besten gehört, was das 20. Jahrhundert hervorgebracht hat", so die Veranstalter. Das Käthe-Kollwitz-Museum Berlin, Fasanenstraße 24, 10719 Berlin (Charlottenburg), Telefon: 882 52 10, ist täglich geöffnet von 11 bis 18 Uhr. Die Sonderausstellung mit den Werken aus Köln ist dort vom 30. Mai bis zum 21. August 2016 zu sehen. Öffentliche Führungen: Jeden letzten Sonntag im Monat, 15 Uhr, jeden zweiten Mittwoch im Monat Direktorenführung, 13 Uhr, Schauvorführung Lithopresse, jeweils letzter Sonntag im Monat um 16.15 Uhr (nur nach Voranmeldung). Eintritt (zuzüglich Führungsgebühr 3 Euro). Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 4 Euro (Schüler, Studenten, Erwerbslose, Schwerbeschädigte). Der Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist frei. Hier Fotos von Lorenz Kienzle, mit denen das Käthe-Kollwitz-Museum auf Facebook ein Album erstellt: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1106334949428605.1073741828.427900360605404&type=3