Kraftvolle Farbspiele im alten Postgebäude

Die Galerie Bernet Bertram an der Goethestraße zeigt in ihrer neuen Ausstellung Werke der neuseeländischen Künstlerin Angela Dwyer.

Die Galerie Bernet Bertram an der Goethestraße zeigt in ihrer neuen Ausstellung Werke der neuseeländischen Künstlerin Angela Dwyer. Vorweg: Es wird bunt. Von Charlene Rautenberg Wenn man an Neuseeland denkt, schweift man schnell in romantische Naturlandschaften in satten Grüntönen ab. Angela Dwyers Verbindung zu der Heimat kann man noch in ihren Werken erkennen, auch wenn die Künstlerin schon seit den 80er-Jahren in Berlin lebt und arbeitet. Ab Freitag, 6. Mai, sind ihre Farbbilder, Papierarbeiten und Zeichnungen in der Galerie Bernet Bertram zu sehen. Es ist die zweite Ausstellung seit der Eröffnung im ehemaligen Postdienstgebäude an der Goethestraße in diesem Frühjahr. Zuvor waren die Werke der Künstlerin in Einzel-und Gruppenausstellungen unter anderem im Georg-Kolbe-Museum Berlin und in Karlsruhe, Köln, Antwerpen, Como und Mailand zu sehen. Auch auf internationalen Kunstmessen wie der Art Cologne, Art Moscow oder New York Puls war sie vertreten. Besonders ins Auge fallen die abstrakt-expressiven Gemälde in Blau, Rot, Gelb und Orange. Horizontale oder vertikale Streifen, Linien und Farbbahnen geben in ihren neuen Werken dem Betrachter einen Eindruck des künstlerischen Entstehungsprozesses. Der symmetrische Aufbau und die reliefartige Dreidimensionalität erinnern an Merkmale neuseeländischer Kunst. Durch mehrmaliges Auftragen von Farbe in Kombination mit Tönungen und Nuancen entstehen geheimnisvolle, phantastische Räume.

In ihren Papierarbeiten experimentiert die Künstlerin mit Schrift und arbeitet dabei mit Pastell, Tinte, Kohle und Pigmenten. Durch das Zusammenfügen unterschiedlicher Papiere entstehen vielschichtige Collagen, wobei die Handschrift der Künstlerin selbst zum Bildelement wird. Wörter, Worte und Satzpartikel, unter anderem aus Literatur und Philosophie, werden wie Fragmente zusammengefügt. Dwyers Schriftbilder knüpfen zwar an Traditionen großer neuseeländischer Künstler wie Colin McCahon und Ralph Hotere an, enthalten aber keine klaren Aussagen oder Botschaften. Stattdessen ermutigen sie zu Gedankenspielen und eigenen Fragestellungen. Auch die Zeichnungen der Neuseeländerin mit Bleistift, Kohlestift und Pastell fordern die Vorstellungskraft des Betrachters.

Informationen

Ausstellung „Lustra“ von Angela Dwyer – Ölmalerei und Schriftarbeiten auf PapierLaufzeit: 7. Mai 2016 – 15. Juni 2016 Eröffnung am 6. Mai, 19-21 Uhr. Künstlergespräch mit Angela Dwyer am Donnerstag, 26. Mai 2016 um 19 Uhr. Ort: Galerie Bernet Bertram Goethestraße 2-3, 10623 Berlin; Aufgang B über den Hof Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 12-18 Uhr; Sonnabend 12-16 Uhr und nach Vereinbarung.