Bahn-Chef Rüdiger Grube, Hermann Gröhe und Michael Müller (SPD) eröffnen ein neues Hygienecenter für Obdachlose am Bahnhof Zoo. Obdachlose können hier duschen und auch Wäsche waschen. Obdachlose und Bedürftige können sich künftig am Berliner Bahnhof Zoo duschen und ihre Wäsche waschen. Bahnchef Rüdiger Grube, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) eröffneten am Donnerstag gemeinsam mit zahlreichen Helfern der Bahnhofsmission neue Waschräume. "Mit dem neuen Hygienecenter wollen wir einen Beitrag dafür leisten, dass Obdachlose ihre Würde behalten", sagte Grube. Für ihn sei dieses Angebot eine "Herzensangelegenheit".

Auch Wäsche können Obdachlose in der neuen Einrichtung waschen. Foto: Davids/Sven Darmer
Auch Wäsche können Obdachlose in der neuen Einrichtung waschen. Foto: Davids/Sven Darmer

Deutsche Bahn investiert 300.000 Euro

Für das nach Angaben der Initiatoren deutschlandweit erste Hygienezentrum speziell für Wohnungslose wurden ehemalige Aufenthaltsräume von Bahnmitarbeitern umgebaut. Sie wurden mit Toiletten, Duschen, einer Waschmaschine und einem Trockner ausgestattet. Die Bahn investierte dafür 300.000 Euro. Die Unterhaltskosten von 150.000 Euro im Jahr übernimmt der Berliner Senat.

In Berlin leben 5000 Menschen auf der Straße

Täglich kämen rund 1000 Obdachlose hilfesuchend zur Bahnhofsmission am Bahnhof Zoo, sagte deren Leiter Dieter Puhl. In ganz Berlin leben nach seinen Angaben rund 5000 Menschen auf der Straße. Ehrenamtliche würden den Wohnungslosen auch weiterhin die Haare schneiden und ihre Füße pflegen. Dafür hätten sie nun mehr Platz und neue Utensilien.

Alles blitzt und blinkt: Das neue Hygienecenter am Bahnhof Zoo. Auch Wäsche können Obdachlose in der neuen Einrichtung waschen. Foto: Davids/Sven Darmer
Alles blitzt und blinkt: Das neue Hygienecenter am Bahnhof Zoo. Auch Wäsche können Obdachlose in der neuen Einrichtung waschen. Foto: Davids/Sven Darmer

Lob von Senatschef Michael Müller

Müller lobte das Engagement der Helfer. "Das ist eine gute Arbeit, die sich nicht jeden Tag in der Zeitung findet." Sie seien für die Obdachlosen eine wichtige Stütze. Natürlich gebe es in Berlin auch andere Menschen, die Hilfe brauchten, darunter die vielen ankommenden Flüchtlinge. "Aber wir finden es armselig, wenn arm gegen ärmer ausgespielt wird." "Ende gut, alles gut", begrüßte auch Charlottenburg-Wilmersdorfs Sozialstadtrat Carsten Engelmann (CDU) die neue Einrichtung. "Nach viele Jahren gibt es nun endlich eine tragbare Lösung, die vom Land und von der Bahn ermöglicht worden ist." Der Bezirk hoffe, dass die Obdachlosen auch die Möglichkeiten einer begleitenden psychosozialen Betreuung annehmen würden.