Nach 45 Jahren schließt Pelz Lösche am Kurfürstendamm für immer. Abschied einer Berliner Instanz. Regina Köhler

Nach 45 Jahren ist nun endgültig Schluss. Am Sonnabend war der letzte Verkaufstag bei Pelz-Lösche am Kurfürstendamm 203, Ecke Knesebeckstraße. Margarete und Jochen Denzler hatten es in der Zeitung gelesen. „Eine Berliner Instanz verabschiedet sich, dass ist schon traurig“, sagte Margarete Denzler der Berliner Morgenpost. Eingekauft hat sie bisher zwar nicht bei Lösche, „zu teuer.“ Doch am Sonnabend gab es Rabatte von mehr als 50 Prozent und für Margarete Denzler einen Lammfellmantel. „Den schenke ich meiner Frau“, sagte Jochen Denzler. Einen Pelzmantel würden die beiden nicht kaufen. „Wegen der Tiere“, sagt sie. Außerdem sei ihr so ein Pelz „viel zu dick aufgetragen.“

Zu den Kunden, die sich am Sonnabendmittag bei Lösche Persianer- und Nerzmäntel anschauten, Pelzkappen und Kragen aus Silberfuchs probierten oder einen pinkfarbenen Muff , gehörten etliche russisch sprechende Frauen. Anders als in Deutschland, wo Pelzträgerinnen häufig schief angeschaut werden, weil Tiere für diese Mäntel sterben müssen, ist der Pelz in Russland noch immer ein Statussymbol.

Geschäftsführer will nicht aufgeben

Traurig war am Sonnabend auch Geschäftsinhaber Udo Heiler. Zusammen mit Falk Lösche – er wurde Namensgeber des Geschäfts – hat er vor 45 Jahren den ersten Pelzladen am Kurfürstendamm eröffnet. Und durchgehalten, sogar in den 1970er-Jahren, als Pelze besonders verpönt waren und Frauen, die Pelzmäntel trugen, schon mal mit Farbe angesprüht wurden. Jahrzehnte war Pelz-Lösche am Kudamm 220 zu finden. 2010 musste Udo Heiler mit seinem Laden aber ausziehen, das Geschäftshaus sollte umgebaut werden. Heiler zog zunächst in das Kranzler Eck an der Ecke Joachimsthaler Straße, 2011 dann in die Räume am Kudamm 203.

Doch 2012 erkrankte er schwer. Zwei Jahre lang war er kaum im Geschäft. Es kam zu Mietrückständen. Im Sommer 2014 musste Heiler Insolvenz anmelden. Doch er will nicht aufgeben. „Ich suche nach einem jungen Geschäftspartner, der mit mir zusammen einen neuen Laden aufmacht“, sagte er der Berliner Morgenpost. „Mir hat es immer großen Spaß gemacht, im Geschäft zu stehen und schöne Pelze zu verkaufen.“ Außerdem hätten ihm viele Kunden gesagt, dass er weiter machen solle.