Das Kino hatte nur ein Jahr. Vor genau einem Jahr ist das Klick Kino in der Windscheidstraße wieder eröffnet worden – nachdem es 13 Jahre lang geschlossen war. Nun muss es schon wieder dichtmachen. Und nicht etwa, weil ein kleines Kino im Kiez nicht funktionieren würde. Ganz im Gegenteil: Das Programm wurde auf das Viertel zugeschnitten, von Anfang an gab es eine Fangemeinde. Aber schuld ist, wie so oft, das Geld.

Schon im Sommer stand das Café im Haus – in dem die „DaWanda Snuggery“, das erste Offline-Café der Online-Plattform DaWanda, residiert hatte – leer. Kein einladendes Entrée, diente der Raum doch zugleich auch als Haupteingang zum Kiezkino. Danach war die Vermietungssituation lange unklar. Nun aber ist den Kinobetreibern kurzfristig gekündigt worden. Die Räume sollen an einen größeren Vermieter weitervermietet werden, der Kinobetrieb muss zum 1. April eingestellt werden.

Ein herber Schlag. Mit der Eröffnung eines eigenen Kinos haben sich die Betreiber Christos Acrivulis, der den Berliner Filmverleih MissingFilms betreibt, und die Filmpresse-Agentin Claudia Rische einen lange gehegten Traum erfüllt. Und auch eine alte Tradition wieder aufleben lassen, konnte das Klick-Kino doch auf eine lange Geschichte zurückblicken. Gegründet wurde es schon 1911, als es noch keine großen Lichtspielhäuser, sondern vorwiegend Ladenkinos gab. Allerdings wurde die lange Erfolgsgeschichte 2004 schon einmal rüde abgebrochen, als das alte Kino wegen Mietrückständen schließen musste. Nun muss das neue Klick einem Investor weichen.

Solidarität für das Kino Klick

Claudia Rische hat das schon kommen sehen und ist bereits Ende des Jahres 2017 ausgestiegen. Christos Acrivulis dagegen hat bis zuletzt gehofft. „Es ist traurig“, bedauert er jetzt, „dass wir viele unserer Pläne an diesem Ort nun nicht mehr umsetzen können.“ Bis Ende März läuft hier noch die Retrospektive mit Werken des „Call Me by Your Name“-Regisseurs Luca Guadagnino. Dann aber wird, nach 366 Tagen, 227 Filmen und 58 Filmgesprächen, das Schloss zum letzten Mal klicken.

Oder doch nicht? Man könne doch nicht immer die kommerzielle Logik gewinnen lassen, so die Losung von Acrivulis. Deshalb schaut er, ob man den Betrieb nicht an einem anderen Ort weiterführen kann. Ein Übergang ist schon mal gefunden: Das O-Ton-Theater in Schöneberg hat sich solidarisch erklärt. Dort werden nun die für April geplanten Veranstaltungen gezeigt.