Nach dem Polizeieinsatz am Sonntag im Kreuzberger Projekt „Casa Kuà“ an der Naunynstraße rufen die Betreiber für Samstag, 24. Oktober, auf Instagram zu einer Demonstration auf. Unter dem Motto „Hände weg von Trans Leben. In Solidarität mit Casa Kuà und den Dolls of Berlin“ geht es ab 14 Uhr am Mariannenplatz los. Endpunkt der Demonstration soll das „Casa Kuà“ sein.
Die Veranstalter bezeichen die polizeiliche Durchsuchung in ihrem Post als „widerlichen Angriff“ und „klaren Ausdruck transmisogyner und rassistischer Repression“. Weiter heißt es: „Kommt diesen Samstag auf die Straße, um gemeinsam Solidarität und unsere berechtigte Wut gegen die sich verschärfende Welle der Repression gegen trans Frauen, BIPoC, Migrant*innen, queere Menschen und andere marginalisierte Gruppen zum Ausdruck zu bringen.“
Hormontherapien ohne ärztliche Aufsicht? Vorwürfe gegen „Casa Kuà“
Die Polizei hatte das Gebäude an der Naunynstraße, in dem Hormontherapien für Menschen mit Geschlechtsangleichung ohne ärztliche Aufsicht durchgeführt worden sein sollen, am Sonntag durchsucht. Grund für die Razzia war laut Polizei der Verdacht des illegalen Handels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten.
Das Projekt „Casa Kuà“ setzt sich für einen aus seiner Sicht besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung für transgeschlechtliche, intergeschlechtliche, nicht-binäre und queere Menschen ein. Nach eigener Darstellung sieht das Projekt das deutsche Gesundheitssystem als diskriminierend an und möchte traditionelle und konventionelle Behandlungen zusammenbringen.
Nach der Polizeimaßnahme haten sich rund 140 Menschen spontan zu einer Versammlung zusammengefunden. Bei der Versammlung unter dem Motto „Hormone für alle“ kam es zu Reibereien zwischen Teilnehmenden und Einsatzkräften. Darüberhinaus sei es zu verbalen Unmutsäußerungen der Teilnehmenden – in Form von Sprechchören – gekommen, teilte die Polizei mit. Zur Unterstützung wurden weitere Kräfte des Regionalabschnitts sowie einer Einsatzhundertschaft hinzugezogen.
BM


