Mit einem Loskauf zu einer Immobilie im Wert von 2,8 Millionen Euro. Das ist dem bayerischen Dachdecker Hermann Krätzer gerade gelungen. Der 52-Jährige ist seit dem 25. Februar stolzer Besitzer einer 280 Quadratmeter großen Dachgeschosswohnung in Friedrichshain. Komplett bezugsfertig, dekoriert und eingerichtet – bis hin zur Kaffeemaschine. Und mit eigenem Heimkino. Hermann Krätzer und seine Frau Andrea aus Hilpoltstein in Mittelfranken können ihr Glück kaum fassen.
„Im ersten Moment war ich eigentlich komplett leer im Kopf. Man kann gar keinen klaren Gedanken fassen“, so Krätzer gegenüber der Berliner Morgenpost. Es fühlt sich für ihn aktuell an, als wäre er in einem falschen Film. Auch Tage nach der Bekanntgabe, dass er die Traum-Immobilie über den Dächern Berlins gewonnen hat, kommt es ihm noch ziemlich unwirklich vor.
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„Der Moment war etwas ganz Besonderes“
In der vergangenen Woche hat Krätzer den Anruf von Omaze bekommen – dem Unternehmen, das hinter dem Gewinnspiel steckt. Einen Tag später stand ein Team vor seiner Haustür und übermittelte die freudige Botschaft. „Mit so einem Gewinn rechnet man ja überhaupt nicht“, sagt Krätzer.
Die Ereignisse haben sich für Krätzer förmlich überschlagen. Schon am Donnerstag ging es für ihn und seine Frau Andrea nach Berlin. „Der Moment, die komplett eingerichtete Wohnung zum ersten Mal zu sehen, war natürlich etwas ganz Besonderes“, sagt der Glückspilz. „Der absolute Hammer“ – damit meint er nicht zuletzt den Weinkühlschrank, das Aquarium auf der Dachterrasse und das hochwertige Sofa.

„Jetzt ist dieser Druck ein Stück weit weg“
Obwohl die Wohnung für ihn und seine Ehefrau keine Wünsche offenlässt, plant die Familie keinen Umzug in die Hauptstadt. „Ohne Kinder könnten wir uns das vielleicht eher vorstellen, aber wir sind in Bayern verwurzelt“, so der Handwerker. Stattdessen soll sie erst einmal am Wochenende genutzt werden, um „in Ruhe zu überlegen, was wir langfristig damit machen“.
Krätzer und seine Familie sind nach eigenen Angaben grundsätzlich bodenständig und leben nicht über ihre Verhältnisse. Daran scheint auch die neue Lumix-Immobilie nichts zu ändern. Und auch die 100.000 Euro, die der Bayer zusätzlich zur Immobilie bekommen hat, sollen nicht verprasst werden. Stattdessen freut sich Krätzer über die zusätzliche Freiheit und Sicherheit. „Für so eine Summe müsste ich sonst viele Jahre, weit über die Rente hinaus, arbeiten – jetzt ist dieser Druck ein Stück weit weg“, so der Dachdecker.

Arche freut sich über höchste Spendensumme der Geschichte
So bescheiden sich der Gewinner gibt, kommt es nicht überraschend, dass ihn auch der soziale Gedanke der Lotterie freut. Aus dem Erlös des Losverkaufs werden nämlich 1,35 Millionen Euro an das christliche Kinderhilfswerk Arche gespendet. „Der soziale Gedanke war für uns tatsächlich ein wichtiger Grund, überhaupt mitzumachen. Uns war klar, dass, auch wenn wir nichts gewinnen, auf jeden Fall etwas Gutes bewirkt wird, weil ein Teil der Einnahmen gespendet wird“, so Krätzer.
Ein Anruf bei der Arche bestätigt, dass auch dort die Freude über die hohe Spendensumme riesig ist. „Wir haben noch nie in der Geschichte so viel Geld erhalten“, sagt Sprecher Wolfgang Büscher gegenüber der Berliner Morgenpost. Damit habe man nicht gerechnet. „Das Schöne daran ist, dass das Geld direkt in unsere Arbeit vor Ort einfließt“, so Büscher.
Die Arche hat allein in Berlin und Potsdam sieben Einrichtungen. Aufgrund der Sozialkürzungen in Berlin sei die Arbeit für die Arche aktuell eine große Herausforderung. Da die Spende nicht zweckgebunden ist, habe man nun die Möglichkeit, das Geld eben dort einzusetzen, wo es am dringendsten gebraucht wird.

Aufatmen nach Trauerfall in der Familie
Zu wissen, dass auch die Arche etwas von der Verlosung hatte, macht es auch für Krätzer leichter, seinen Gewinn zu genießen. „Weil man weiß: Nicht nur wir profitieren, sondern auch viele Kinder.“ Trotz des Blicks auf das Gemeinwohl ist der Immobiliengewinn für den Dachdecker und seine Familie ein ganz persönlicher Wendepunkt im Leben.
„Das vergangene Jahr war für uns emotional sehr belastend“, sagt Krätzer. Nach langer Krankheit ist seine Schwiegermutter gestorben. Der Gewinn ändere zwar nichts am Verlust, aber die Familie habe das Gefühl, wieder durchatmen zu können. „Es ist dieses Gefühl“, sagt der Verlosungsgewinner, „dass nach einer schweren Zeit auch wieder etwas Helles kommen darf.“
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