Luc Ackermann ist 28 Jahre alt und Deutschlands erfolgreichster Freestyle-Motocrosser. Mit seinem Motorrad zeigt er waghalsige Sprünge und Stunts. Zuletzt sorgte er weltweit für Aufsehen, als er auf einer Autobahn von einem fahrenden Lkw über ein Autobahnschild auf einen anderen fahrenden Lkw sprang. Mit der Show „Night of the Jumps“ kommt er nun in die Uber Arena in Berlin. Im Interview verrät der Thüringer, warum die deutsche Hauptstadt für ihn besonders ist und wie er mit den Risiken einer schweren Verletzung umgeht.

Herr Ackermann, im letzten Sommer haben Sie auf einer Autobahn einen spektakulären Stunt hingelegt. Das Video dazu haben weltweit nach zwei Tagen bereits über 250 Millionen Menschen gesehen. Mittlerweile dürften es deutlich mehr sein. Hat Sie die Resonanz überrascht?

Luc Ackermann: Das war ein einzigartiges Projekt, in das wir viel Zeit und Vorbereitung gesteckt haben. Da hofft man natürlich, dass es bei den Leuten gut ankommt. Aber dass es dann so durch die Decke gegangen ist, hätte ich nicht gedacht. Das war schon ein großer Erfolg.

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Die Autobahn wurde extra dafür gesperrt. Sie sind dann mit dem Motorrad von einem fahrenden Lkw auf einen anderen gesprungen und haben dabei einen Salto über ein Autobahnschild gemacht. Was ging Ihnen dabei durch den Kopf?

Ackermann: Wir haben einige Tage getestet und geübt. Die Schwierigkeit war, auf einem fahrenden Lkw loszufahren. Das ist ein ganz anderes Gefühl. Hinzu kam der Seitenwind, der war beim Sprung dann etwas stärker als gedacht. Aber ich konnte mich darauf einstellen und bin gerade noch auf der Rampe gelandet.

Wie gehen Sie mit dem permanenten Risiko einer schweren Verletzung um?

Ackermann: Mittlerweile mache ich den Sport über 20 Jahre. Ich weiß, was passieren kann. Das Risiko fährt immer mit, das ist mir bewusst. Aber wenn ich auf dem Motorrad sitze, kann ich das gut ausblenden und mich auf die Aufgabe fokussieren.

Wie lang ist Ihre Verletzungsliste bisher?

Ackermann: Durchaus lang. Schlüsselbeine, Schulterblatt und Wadenbein gebrochen, beide Kreuzbänder gerissen. Es geht noch weiter. Aber es gibt Kollegen, die hat es schlimmer erwischt. Bisher bin ich ganz gut durchgekommen.

Luc Ackermann aus Thüringen ist Motocross-Weltmeister. Auch in Berlin will er seine spektakulären Sprünge zeigen.
Luc Ackermann aus Thüringen ist Motocross-Weltmeister. Auch in Berlin will er seine spektakulären Sprünge zeigen.© NIGHT of the JUMPs | Sebastian Marko / Jörg Mitter

Am Sonnabend sind Sie mit der Show „Night of the Jumps“ in der Berliner Uber Arena. Was erwartet die Besucher da?

Ackermann: Das ist die größte Freestyle-Motocross-Serie weltweit. Es geht darum, die verrücktesten Tricks zu zeigen. Neben Motorrädern sieht man auch BMX-Räder und Scooter durch die Luft fliegen. Dazu Feuerwerk und eine Lichtshow. Also einfach ein Riesenspektakel.

Die Atmosphäre in Berlin ist jedes Mal einzigartig.

Luc Ackermann, Motocross-Weltmeister

Das Event ist als Wettkampf aufgebaut. Sie konnten den Titel bisher vier Jahre in Folge gewinnen. Auch in diesem Jahr?

Ackermann: Ich werde zumindest mein Bestes geben. Dieses Jahr sind ein paar neue Fahrer dabei, das macht es spannend. Da werden schon ein paar Doppelbackflip-Kombinationen vonnöten sein, um die Punktrichter zu überzeugen.

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Die Show macht auch in anderen deutschen und europäischen Städten Halt. Warum ist Berlin so besonders?

Ackermann: Die Veranstaltung kommt ursprünglich aus Berlin. Deswegen hat sie hier einen besonderen Stellenwert. Das spürt man auch am Publikum. Die Atmosphäre in der großen Arena ist jedes Mal einzigartig.

Wie sieht ihr Alltag als Motocross-Profi aus?

Ackermann: Der Sport ist nicht so leicht, wie es aussieht. Um bei der Weltspitze mitfahren zu können, muss man hart kämpfen. Ich trainiere jeden Tag. Wenn ich nicht auf dem Motorrad sitze, bin ich im Fitnessstudio oder gehe laufen. Ansonsten bin ich mit Schrauben und Schweißen beschäftigt.

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Sie kümmern sich selbst um Ihre Motorräder?

Ackermann: Ja, ich baue auch die Rampen, die für die Wettkämpfe genutzt werden, selbst nach, um darauf zu trainieren. Das ist also ein Fulltime-Job.

Was sind Ihre Ziele für dieses Jahr?

Ackermann: Zunächst mal, den Titel wieder zu verteidigen. Ansonsten will ich heil durch die Saison kommen und Spaß haben. Und dann mal schauen, was noch so passiert.