Gegen 22.30 Uhr gab es am Mittwochabend einen Feuerwehreinsatz in der Rüdersdorfer Straße am Wriezener Bahnhof in Friedrichshain, in unmittelbarer Nähe des Techno-Tempels Berghain. Eine meterhohe Rauchsäule hatte die Einsatzkräfte auf den Plan gerufen. Auf Social Media kursieren Videos, auf denen Zeugen „hoffen, dass es nur vor dem Berghain brennt“. Der Club grenzt direkt an die brennende Hütte an, war aber nach ersten Informationen nicht betroffen. Der Brand konnte mit zwei Strahlrohren rasch gelöscht werden, zwei weitere Hütten wurden jedoch ebenfalls zerstört.
Wie die Berliner Feuerwehr am Donnerstagmorgen auf Nachfrage mitteilte, brannte ein Obdachlosencamp auf 20 Quadratmetern. Insgesamt 28 Einsatzkräfte waren im Einsatz, um den Flammen Herr zu werden. Eine Person musste aus einem Zelt oder Gebäude gerettet werden. Sie wurde nach ersten Informationen nur leicht verletzt. Rettungssanitäter kümmerten sich um den Mann, bevor er in einem Kältebus weiter versorgt wurde. Ein Aufenthalt in einem Klinikum war nicht notwendig. Der Obdachlose verblieb nach dem Einsatz vor Ort.
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Ein Brandkommissariat hat die Ermittlungen übernommen. Die Polizei geht dem Verdacht einer schweren Brandstiftung nach. Immer wieder kommt es dabei in Berlin zu gezielten Attacken und Angriffen auf Wohnungslose. 488 Gewaltdelikte gegen Obdachlose wurden im vergangenen Jahr von der Polizei registriert. Das sind 43 oder knapp zehn Prozent mehr als noch 2023 (445).
Damit liegt 2024 auch über den bisherigen Höchstwerten der beiden Corona-Jahre 2020 (478) und 2021 (455). Die Zahlen bilden allerdings nur das Hellfeld ab, also die tatsächlich angezeigten Taten. Zivile Hilfsorganisationen gehen regelmäßig von einem deutlich größeren Dunkelfeld aus.
Obdachlose können sich nicht zurückziehen. Dass sie häufiger Opfer von Straftaten werden, ist laut Polizei auch diesen Lebensumständen geschuldet. „Ein Teil dieser Straftaten sind Delikte der Hasskriminalität gegenüber dieser Personengruppe, ein anderer Teil findet innerhalb des Obdachlosenmilieus statt.“ Über die Motive sagt die Opferstatistik der Polizei jedoch nichts aus.



