Vom Grundstück nebenan schwappten Techno-Beats herüber, aber vor dem Zaun auf dem Gelände genossen zahlreiche Berlinerinnen und Berliner am Maifeiertag ganz entspannt den Start in die Freibadsaison. Am 30. April öffnete das Sommerbad Kreuzberg, besser bekannt als Prinzenbad, erstmals in diesem Jahr seine Türen und gab damit den Startschuss für die Freibadsaison in Berlin. Am Donnerstag motivierte das frühsommerliche Wetter mit Temperaturen bis zu 27 Grad viele Gäste für einen Ausflug zum kühlen Nass.
Wobei die Frage, wie kühl es im Wasser werden würde, in den vergangenen Wochen heiß diskutiert wurde. Im Zuge der Sparmaßnahmen des Senats war angekündigt worden, die Becken der Freibäder in diesem Jahr nicht mehr zu beheizen.
Berliner Freibäder: Wassertemperatur zum Saisonstart auf gutem Level
Nachdem Innensenatorin Iris Spranger (SPD) Protestbriefe erreicht hatten, gab es zumindest eine teilweise Kehrtwende und insgesamt vier Becken werden nun doch beheizt. „Ich nehme sowas sehr, sehr ernst, und ich habe die Vorstände der Bäder sehr gebeten, noch etwas zu tun“, erklärte Spranger zu den Bitten aus der Bevölkerung.

Eines der Becken im Prinzenbad gehört dazu, was am Maifeiertag beim Einlass in Kreuzberg stolz präsentiert wurde. Auf einer Kreidetafel am Kassenhäuschen waren die Wassertemperaturen angegeben: Während das Terassenbecken am Vormittag bei 18,5 Grad lag und das Nichtschwimmerbecken bei 19,5, herrschten im Sportbecken ganze 23,5 Grad.
Eine Dusche vor dem Freibad-Spaß hilft
Das Erleben der Wassertemperatur ist aber eben auch immer eine Frage der Perspektive. Mit der alten Freibadregel, sich vor dem Schwimmen einmal abzuduschen, hatte man am Donnerstag den Kälteschock schnell hinter sich. Nach dem Winter war es zwar alles andere als leicht, sich die harten, kalten Strahlen auf die Haut prasseln zu lassen – schließlich hatten alle Freibad-Fans doch so lang auf diese warmen Tage hingearbeitet. Wer die kalte Brause allerdings überstanden hatte, hielt es dann auch in den nicht beheizten Becken ganz gut aus.
So konnte man dann etwa durch das Nichtschwimmerbecken waten und ein wenig die Temperatur antesten. Familien ließen einen Ball übers Wasser flitschen, wo das Wasser für die Kinder nicht zu tief war. Am Vormittag war dabei noch etwas Platz im Becken, sodass jeder seine passende Spielfläche fand.

Im Terassenbecken, ebenfalls nicht beheizt, war dann schon mehr los. Der Boden ist durchgehend mehr als zwei Meter tief. So viele Erwachsene zogen ihre Bahnen, dass sie stellenweise etwas schief schwimmen mussten, um sich auszuweichen.
Wer dann aber ins Sportbecken hinüberwechselte, wo auf der einen Hälfte des Beckens ja sogar Bahnen wie im Wettkampfbetrieb abgegrenzt sind, fühlte sich durch die Heizung und die frische Vorerfahrung beinahe wie in einem Whirlpool. Die Schwimmer sind dort etwas schneller. Aber jeder darf herein und kann ganz entspannt das deutlich wärmere Wasser genießen. Der Temperaturunterschied von fünf Grad zum Terrassenbecken ist eben klar spürbar.
Beheizte Becken in Kreuzberg, Wedding und Wilmersdorf
Dieses aufgeheizte Wasser wirkt dann an wunderbaren Sommertagen wie diesem 1. Mai vielleicht ein bisschen, als hätte es all die Debatten gar nicht gebraucht. An etwas frischeren Tagen wird es sich aber bezahlt machen. Schon am Donnerstag wehte schließlich hin und wieder ein kleiner Windstoß über die Becken hinweg, der es frisch werden ließ.

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Neuerungen bei Sicherheit und Eintrittspreisen
Nicht gespart wird in der neuen Saison bei den Sicherheitsmaßnahmen, für die 1,5 Millionen Euro aufgewendet wurden. Unter anderem wurden Zäune erhöht, Überwachungskameras installiert und Sicherheitspersonal aufgestockt. Wie auch am Donnerstag im Prinzenbad ist für den Einlass ein Ausweisdokument erforderlich.
Nach dem Sommerbad in Kreuzberg öffneten am Maifeiertag auch das Sommerbad Am Insulaner, das Sommerbad Olympiastadion, das Sommerbad Wilmersdorf und das Strandbad Wannsee erstmals ihre Tore. Die weiteren Bäder ziehen in den kommenden Tagen nach.
Freibäder in Berlin – die Starttermine im Überblick:
- 30. April 2025 Sommerbad Kreuzberg
- 1. Mai 2025 Sommerbad Am Insulaner, Sommerbad Olympiastadion, Sommerbad Wilmersdorf sowie das Strandbad Wannsee
- 3. Mai 2025 Kombibad Gropiusstadt
- 12. Mai 2025 Kombibad Seestraße
- 24. Mai 2025 Sommerbad Humboldthain, Sommerbad Pankow, Kindersommerbad Platsch
- 29. Mai 2025 Kindersommerbad Monbijou
- 31. Mai 2025 Sommerbad Mariendorf (Rixdorfer Straße)
- 1. Juni 2025 Sommerbad Staaken West, voraussichtlich Sommerbad Neukölln
- 8. Juni 2024 Sommerbad Wuhlheide
Diese Freibäder bleiben geschlossen:
- Sommerbad im Kombibad Spandau (anstehende Sanierung)
- Sommerbad im Kombibad Mariendorf (anstehende Sanierung)
- Sommerbad Lichterfelde (sanierungsbedürftig, Finanzierung noch offen)
Ab dem 5. Mai greift dann auch die neue Preisstruktur der Berliner Bäder-Betriebe (BBB). Im Kern sind neue Bäder teurer als alte. Zudem können Freibadfans sparen, wenn sie frühzeitig online buchen und einen Zeitraum wählen, in dem weniger los ist. Die Preise werden dynamisch gestaltet, sprich, an die aktuelle Nachfrage angepasst.
Freibadverkäufer wünscht „Frohes Neues!“
Viele Diskussionen also zum Start in die Freibadsaison. Doch wer etwa am Donnerstag im Prinzenbad in der langen Schlange vor der Cafeteria stand und miterlebte, wie der Verkäufer trotz des großen Andrangs Stammgäste mit einem gutgelaunten „Frohes Neues!“ begrüßte, bekam schon früh im Jahr große Lust auf den Sommer in Berliner Freibädern. mit dpa



