Mehr als fünf Jahre hat die Suche gedauert, nun meldeten das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und mehrere beteiligte Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung einen Erfolg: Am Montag eröffnete am Kottbusser Tor ein neues Gesundheits- und Sozialzentrum, dessen zentrales Angebot eine Kontaktstelle für Suchtkranke mit angeschlossenem Drogenkonsumraum ist.
Damit werde in Friedrichshain-Kreuzberg die zweite Kontaktstelle eingerichtet, so die Mitteilung – eine gibt es bereits an der Reichenberger Straße. Das Zentrum am „Kotti“ löst den bisherigen provisorischem „Druckraum“ in einem Wohnmobil auf der Mittelinsel ab, das Ende vergangenen Jahres seine Arbeit einstellen musste.
Ein erster Konsumraum der Drogenhilfe-Einrichtung Fixpunkt gGmbH am Kottbusser Tor war 2009 gekündigt worden. Die Suche nach Ersatz zog sich über fünf Jahre. Zwar leiden Passanten wie Anwohner seit Jahren unter Spritzen, Dreck und Kriminalität im Bahnhof, in Durchgängen und Hausfluren. Doch war es schwer, einen Vermieter zu finden.
Drogenkonsumraum am Kottbusser Tor: Bis zu 150 Menschen können täglich versorgt werden
Die Kontaktstelle liegt in einer umgebauten Seniorentagesstätte im Gebäudekomplex „Kreuzberger Zentrum“. Hier können Drogen nun unter hygienischen Bedingungen und der Begleitung von medizinischem Personal und Sozialarbeitern gespritzt oder inhaliert werden. Bis zu 150 Menschen können täglich versorgt werden, immer von 11 bis 19 Uhr. Zusätzlich sollen Sozialarbeiter von Fixpunkt auch „aufsuchend“ arbeiten, etwa bei obdachlosen suchtkranken Menschen oder solchen mit Migrations- oder Fluchthintergrund.
Das Kottbusser Tor ist seit vielen Jahren ein Drogen-Schwerpunkt. Eine geplante Polizeiwache am „Kotti“ soll jedoch erst 2023 in Betrieb gehen, teilte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) vergangene Woche mit. Über das jetzt eröffnete Gesundheitszentrum zeigte sie sich erfreut: „Es zeigt, wie Sicherheit in Berlin gedacht werden muss: Zusammen, gesamtgesellschaftlich und gemeinsam über die eigenen Zuständigkeiten hinaus. Mit der Polizeiwache am Kottbusser Tor wollen wir spürbar und sichtbar mehr Sicherheit schaffen.“


