Nach dem Tod eines jungen Mannes am U-Bahnhof Kottbusser Tor in Kreuzberg ermittelt die Staatsanwaltschaft weiterhin zu den Hintergründen. Sie geht von einem Tötungsdelikt aus. Nach bisherigen Ermittlungen sei der 26-Jährige am Sonnabend auf dem Bahnsteig der U8 aus einer Menschengruppe heraus angegriffen und tödlich verletzt worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Es hätten sich mehrere Zeugen gemeldet. Diese würden nun befragt und ihre Angaben geprüft, sagte eine Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft am Sonntag auf Nachfrage. Nach der Entdeckung des Leichnams wurde der U-Bahnhof zeitweise gesperrt.
Der „Tagesspiegel“ berichtete, der Mann sei erstochen worden. Dazu machte die Polizeisprecherin keine Angaben. Der U-Bahnhof wurde zeitweise wegen der Ermittlungen gesperrt. Stundenlang musste der BVG-U-Bahnverkehr der Linien U1, U3 und U8 ohne Halt durch die Station fahren.
Die 4. Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen. Diese fragt:
- Wer hat am U-Bahnhof Kottbusser Tor zur Tatzeit Beobachtungen gemacht, die für die Ermittlungen hilfreich sein könnten?
- Wer kann sonstige sachdienliche Hinweise geben?
Hinweise können Sie bitte an die 4. Mordkommission des Landeskriminalamtes unter der Telefonnummer (030) 4664-911444, per E-Mail an lka114-hinweis@polizei.berlin.de oder an jede andere Polizeidienststelle richten.
.Die Zunahme von Messerattacken in Berlin ist ein reales Problem. In der Kriminalstatistik erfasste die Polizei im vergangenen Jahr 3482 Fälle zum Thema „Messerangriff“. Im Jahr 2022 waren es 3317 registrierte Straftaten. Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik sprach sich deswegen in einem Interview für eine Verschärfung des Waffenrechts aus. Die Polizei registriere eine Zunahme von Messerangriffen insbesondere auch bei Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden, sagte Slowik dem Sender „ntv“. „Also die Messertäter werden jünger“, so die Polizeipräsidentin.
Drogenkonsum und -handel, Kriminalität und Obdachlosigkeit halten die Gegend rund um das Kottbusser Tor seit Jahrzehnten fest im Würgegriff. Der „Kotti“ ist bei der Polizei gar als einer von sieben „kriminalitätsbelasteten Orten“ in Berlin eingestuft, die Einsatzkräftestunden stiegen zwischen 2019 und 2022 von rund 19.000 auf 33.700 an.
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Wegen der Kriminalität eröffnete im Februar 2023 eine Polizeiwache direkt am Kottbusser Tor. Der Standort ist umstritten, linke und linksradikale Gruppen hatten protestiert. Laut Innensenatorin Iris Spranger (SPD) gibt es von Geschäftsleuten und Anwohnern positive Rückmeldungen. (mit dpa)



