Friedrichshain-Kreuzberg

Initiativen demonstrieren für geschützte Kreuzungen

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Die Kreuzung Yorckstraße/ Großbeerenstraße wurde von Kiezblock-Initiativen zu einer geschützten Kreuzung nach niederländischem Vorbild umgestaltet. 

Die Kreuzung Yorckstraße/ Großbeerenstraße wurde von Kiezblock-Initiativen zu einer geschützten Kreuzung nach niederländischem Vorbild umgestaltet. 

Foto: Jessica Hanack / BM

Yorckstraße/Großbeerenstraße wird bei Aktion temporär zu geschützter Kreuzung umgestaltet. Initiativen fordern, dass mehr passiert.

Berlin. Sie wollen zeigen, wie eine sichere Kreuzung aussehen kann: Mithilfe von Kreide, Leitkegeln und Pollern haben diverse Kiezblock-Initiativen und Mitglieder des Vereins Changing Cities den Knotenpunkt von Yorckstraße und Großbeerenstraße an diesem Sonnabend temporär zu einer „geschützten Kreuzung“ umgewandelt. Als Vorbild dient ein niederländisches Konzept, das etwa Schutzinseln vorsieht, um den Rad- vom Autoverkehr zu trennen. In Berlin ist seit Längerem ein Pilotversuch geplant, um das Design auszuprobieren; die Umgestaltung ist an zwei benachbarten Knotenpunkten am Platz der Vereinten Nationen angedacht. Ein Zeitpunkt, wann das Projekt umgesetzt werden soll, steht aber bislang nicht fest.

Das Konzept, meint Dirk Schneidemesser von Changing Cities, könnte in Berlin an vielen Orten angewandt werden – etwa auch an der Kreuzung Friedenstraße/ Greifswalder Straße. Im Bereich um den Knotenpunkt sind im vergangenen Jahr drei Menschen bei Unfällen gestorben. Die für die temporäre Umgestaltung gewählte Kreuzung Yorckstraße/ Großbeerenstraße müsse häufig von Kindern überquert werden, die auf einer Seite der Yorckstraße wohnen und auf der anderen zur Schule gehen. Eltern würden ihre Kinder zum Teil aber nicht allein über die Kreuzung gehen lassen, weil sie diese für zu breit und gefährlich halten, so Schneidemesser.

Bezirksbürgermeisterin Herrmann: Umbau der Infrastruktur ist das A und O

Von dem niederländischen Kreuzungsdesign versprechen sich die Unterstützer bessere Sichtbeziehungen zwischen Autofahrern und Radfahrern, mehr Platz für Fuß- und Radverkehr, in dem die Spuren für den Pkw-Verkehr reduziert werden, und durch die bauliche Trennung vor allem einen besseren Schutz vor Rechtsabbiege-Unfällen. „Das Mobilitätsgesetz sieht vor, das gefährliche Kreuzungen sicherer gemacht werden“, sagt Schneidemesser. Nach Unfällen passiere, außer einer seltenen Ampelanpassung, allerdings sehr wenig. „Wir fordern aber – und verstehen das Gesetz so – dass Kreuzungen wirklich sicher umgebaut werden sollten“, sagt er. Die Anpassung einer Ampelschaltung reicht ihnen dafür nicht aus.

Friedrichshain-Kreuzbergs Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann (Grüne) sagte bei der Aktion: „Für sichere Kieze ist das A und O der Umbau der Infrastruktur aus Sicht der Zufußgehenden und Radfahrenden.“ Dabei seien Kreuzungen eine zentrale Fragestellung, erklärte Herrmann, die aber auch auf die diversen Kiezblock-Initiativen im Bezirk verwies. Diese haben das Ziel, Wohngebiete weitgehend vom Durchgangsverkehr zu befreien, unter anderem engagieren sich Menschen dafür im Bergmannkiez, Viktoriakiez und Großbeerenkiez. „Wir sind dran, dass wir dabei Fortschritte machen“, so Herrmann.