Verkehr in Berlin

Sperrung: Görlitzer Ufer wird für mehrere Tage autofrei

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Durchfahrt verboten gilt heute schon für Autofahrer auf einem Abschnitt der Friedrichstraße. Probeweise wird demnächst auch das Görlitzer Ufer autofrei.

Durchfahrt verboten gilt heute schon für Autofahrer auf einem Abschnitt der Friedrichstraße. Probeweise wird demnächst auch das Görlitzer Ufer autofrei.

Foto: Reto Klar / FUNKE Foto Services

Anfang September sperrt Friedrichshain-Kreuzberg das Görlitzer Ufer für Autos. Es wird erprobt, wie Straßen künftig aussehen können.

Berlin. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg will ausprobieren, wie Straßen künftig gestaltet werden können – und plant, das Ganze bereits Anfang September am Görlitzer Ufer am Landwehrkanal zu erproben. Vom 2. bis zum 6. September, jeweils sieben Uhr, soll der Abschnitt zwischen Wiener Straße und Görlitzer Straße für den Kfz-Verkehr gesperrt werden, kündigte der Bezirk am Dienstag an. In dieser Zeit könnten „die Menschen die Straße neu für sich entdecken, erobern und anders nutzen – beispielsweise zum Spielen, Verweilen oder Spazierengehen“, heißt es.

Die sogenannte Realbeteiligung wird vom Bezirksamt gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin (TU) und der Deutschen Umwelthilfe umgesetzt. So würde die TU während der Straßensperrung Bürgerinnen und Bürger zum Thema Mobilitätsverhalten befragen. Auch Initiativen und Anwohner beteiligen sich der Mitteilung zufolge am geplanten Programm. Am Sonntag, 5. September, soll die Spielstraße aus dem Wrangelkiez einmalig ans Görlitzer Ufer ziehen.

Langfristig ist bereits angedacht, den Teil des Ufers am Landwehrkanal zur autofreien Promenade umzubauen. Die Überlegung dazu gibt es im Zusammenhang mit der geplanten Verlängerung der Straßenbahnlinie M10. Weil die auch durch den Görlitzer Park führen soll, könnte als Ausgleich eine Uferpromenade am Landwehrkanal entstehen.

Bezirk will Umfrageergebnisse zur „Straße zur Zukunft“ vorstellen

Das Görlitzer Ufer ist aber nicht der einzige Ort in Friedrichshain-Kreuzberg, an dem sich das Bezirksamt der Frage widmet, wie Straßen und der Verkehr in Berlin künftig gestaltet werden können. Zuletzt fand unter den Bewohnerinnen und Bewohnern des Bezirks eine Online-Befragung zur „Straße der Zukunft“ statt, die vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und dem Sozialforschungsinstitut infas erhoben wurde.

Die Ergebnisse sollen an diesem Donnerstag an der Schönleinstraße vorgestellt werden, die an diesem Tag von 6 und 24 Uhr zwischen Dieffenbachstraße und Lachmannstraße komplett für den Kfz-Verkehr gesperrt wird. Erste Erkenntnisse wurden aber bereits veröffentlicht. Demnach wünschen sich mehr als zwei Drittel der Befragten, dass in den Kiezen überhaupt keine Parkflächen mehr für private Autos ausgewiesen werden. Mehr als 50 Prozent seien sogar dafür, in den Kiezen den privaten Autoverkehr ganz einzustellen, heißt es.

Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) sieht sich durch die Ergebnisse im Vorgehen des Bezirksamts bestätigt, das etwa zuletzt vermehrt Fußgängerzonen eingerichtet oder Fahrstreifen reduziert hat, um Radwege zu installieren. „Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Menschen in unseren Kiezen deutlich weniger Autos und eine gerechtere Aufteilung der vorhandenen Flächen wünschen“, erklärte Herrmann in einer Mitteilung. Politik und Verwaltung könnten hier gemeinsam Veränderungen vorantreiben.