Bildung

Bergmannkiez bekommt neue Gemeinschaftsschule

In Kreuzberg wird vom kommenden Schuljahr an eine neue gymnasiale Oberstufe geschaffen.

In diesem Jahr wird die Lenau-Schule abgerissen.

In diesem Jahr wird die Lenau-Schule abgerissen.

Foto: Patrick Goldstein

Berlin.  Es ist ein Gewinn für viele Eltern und Schüler im Kiez. Im Idealfall können Kinder und Jugendliche zukünftig ihre gesamte Schullaufbahn an einem Ort bestreiten. In Kreuzberg wird vom kommenden Schuljahr an eine neue gymnasiale Oberstufe geschaffen. In die Kooperation sind drei Schulen nahe der Gneisenaustraße eingebunden. Der Bezirk reagiert damit auf die veränderte Nachfrage nach Schulplätzen sowie den bevorstehenden Abriss der Lenau-Grundschule.

Ab August werden die Lenau-Grundschule an der Nostitzstraße und die Lina-Morgenstern-Schule an der Gneisenaustraße zur Gemeinschaftsschule zusammen gelegt. Von der Lenau-Schule kommen rund 400 Kinder der Klassen eins bis sechs, von der Morgenstern-Schule weitere 470 der Stufen sieben bis zehn.

Neue Schule verspricht mehr pädagogische Kontinuität

Eingebunden wird die Ferdinand-Freiligrath-Oberschule an der Bergmannstraße, eine Integrierte Sekundarschule mit 250 Schülern der Klassen sieben bis zehn. Die neue Gemeinschaftsschule wird im Verbund mit der Freiligrath-Schule vom kommenden Schuljahr an eine Gymnasiale Oberstufe aufbauen.

Der verantwortliche Schulstadtrat Andy Hehmke (SPD) sagt, die Neuordnung reagiere auf das, was im Bezirk zunehmend erkennbar sei: Die Anmeldungen für die siebte Klasse liege sowohl an Lina-Morgenstern- als auch Freiligrath-Schule weit hinter den dortigen Möglichkeiten zurück. Die Aufnahmekapazitäten seien weit höher. Was Eltern wünschen, seien Schulen, die bei entsprechenden Leistungen bis zum Abitur führen, so Hehmke. Das ermögliche auch den Gemeinschaftsschulen mit gymnasialer Oberstufe eine bessere Arbeit. Die Lehrer der siebten und achten Klassen könnten sich bei Kollegen der früheren Stufen informieren, was für Schüler und Klassen sie erwarten. „Das bringt weitere pädagogische Kontinuität ins Schulkonzept“, sagt Hehmke.

Asbestsanierung teurer als ein Neubau

Um die jetzige Genehmigung hatten die beteiligten Schulen, das Schul- und Sportamt und die Schulaufsicht gerungen. Laut Hehmke legen Lenau- und Morgenstern-Schulen ihre Namen ab. Die jeweiligen Schulkonferenzen einigen sich auf eine neue Bezeichnung. Dabei sieht es danach aus, dass nicht eine verdiente Person sondern eine Ortsbestimmung im Kiez einen Namen liefern wird.

Zuvor beginnt im Sommer der Abriss der Lenau-Grundschule. Lange steht fest, dass die nötige Asbestsanierung teurer wäre als ein Neubau. Mit der Fertigstellung rechnet Hehmke 2023. Dann ziehen alle Schüler der ersten sechs Klassen in den Neubau. Bis dahin werden sie je zur Hälfte in Morgenstern- und Freiligrath-Schule untergebracht. Danach kann letztere beginnen, mehr Schüler aufzunehmen. Statt zwei ab der siebten werden es zukünftig vier Klassen sein.

Bislang gibt es im Bezirk die Carl-von-Ossietzky-Gemeinschaftsschule in Kreuzberg. Ebenfalls zur Gemeinschaftsschule mit Primarstufe und gymnasialer Oberstufe wird ab nächstem Schuljahr die Friedrichshainer Emanuel-Lasker-Schule im Verbund mit der Refik-Vesely-Schule in Kreuzberg.