"Letzter Held"

Denkmal für Drogendealer im Görlitzer Park aufgestellt

Die Initiatoren der Aktion im Görlitzer Park fordern „Solidarität und Menschenrechte für alle – auch für Dealer“. Das stößt auf Kritik.

Polizeibeamte kontrollieren mit einer Hundertschaft im und um den Görlitzer Park in Berlin Kreuzberg mutmaßliche Dealer. (Archivbild)

Polizeibeamte kontrollieren mit einer Hundertschaft im und um den Görlitzer Park in Berlin Kreuzberg mutmaßliche Dealer. (Archivbild)

Foto: imago stock&people / imago/Christian Mang

Berlin. Im als „Drogenpark“ bundesweit bekannt gewordenen Görlitzer Park in Kreuzberg ist am Sonntag ein Denkmal für Dealer aufgestellt worden. Es handelt sich um eine Kunstaktion, ausgerichtet von einer Gruppe um Künstler Scott Holmquist, wie die Zeitung „Bild“ schreibt. Holmquist selbst postete auf Twitter Fotos der Aktion.

Die Skulptur trägt dem Bericht zufolge den Namen „Letzter Held“. Sie stehe unter dem Motto „Solidarität und Menschenrechte für alle – auch für Dealer“.

Der „Held“ hält ein Mobiltelefon in der Hand. Zu seinen Füßen steht eine Tafel, auf der die Darstellung einer chemischen Verbindung zu lesen ist - ein Symbol für Drogen. Das Kunstwerk stand allerdings nur 24 Stunden am Pamukkale-Brunnen und wurde inzwischen wieder entfernt.

Görlitzer Park in Kreuzberg: Denkmal für Dealer soll "Ängste und Wünsche kristallisieren"

„Es geht darum, wie die Reaktionen auf Park-Drogendealer Ängste, Versuchungen und Wünsche kristallisieren und gleichzeitig die Grenzen von Kontrolle und Solidarität verschieben“, zitiert „Bild“ Scott Holmquist.

Der hatte 2016 den Drogendealern eine Ausstellung im Bezirk gewidmet. Diese arbeiteten „vor dem Hintergrund vielfältiger Widerstände“ „unerschrocken und tapfer im öffentlichen Raum“, wie es damals von den Veranstaltern hieß.

GdP: Denkmal für Dealer "in jedem Fall die falsche Botschaft"

Der Sprecher der Polizeigewerkschaft GdP, Benjamin Jendro, äußerte sich empört zum Dealer-Denkmal: "Ein Denkmal für Dealer zu errichten, ist in jedem Fall die falsche Botschaft." Es sei nicht nur "ein Schlag ins Gesicht unserer Kollegen, sondern auch in das der Anwohner, die sich dort aufgrund der Anwesenheit von Kriminellen unwohl und unsicher fühlen. Kunst darf vieles, aber Künstler sollten sich einer möglichen gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sein", so Jendro.

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