Kreuzberg

Bizim Kiez bekommt „Sozialen Menschenrechtspreis“

Bizim Kiez gilt als Vorreiter im Kampf gegen Gentrifizierung. Jetzt wurde die Kreuzberger Initiative ausgezeichnet.

Bizim Kiez bittet im November wieder zum Laternenumzug mit dem „Kiezdrachen“.

Bizim Kiez bittet im November wieder zum Laternenumzug mit dem „Kiezdrachen“.

Foto: Bizim Kiez

Berlin. Sie sind in Kreuzberg aktiv für Belange der Menschen. Bizim Kiez gilt als Vorreiter im Kampf gegen Gentrifizierung und Aufweichung von Mieterbelangen. Jetzt wurde die Nachbarschaftsinitiative mit dem „Sozialen Menschenrechtspreis 2019“ ausgezeichnet.

Mit dem Preis will die 2011 gegründete Eberhard-Schultz-Stiftung dabei helfen, von der UNO festgeschriebene soziale Rechte durchzusetzen. Dazu zählen etwa soziale Sicherheit und das Recht auf Wohnung. Im vergangenen Jahr hatte die Auszeichnung das internationale Netzwerk Médecins du Monde, „Ärzte der Welt“, erhalten. Kuratoriumsvorsitzende der Eberhard-Schultz-Stiftung ist die ehemalige Präsidentin des Deutschen Bundestags, Rita Süssmuth.

Da die Auszeichnung in diesem Jahr zugleich an den Sprecher der Nationalen Armutskonferenz, Robert Trettin, ging, teilt sich Bizim Kiez das Preisgeld von 5000 Euro. Magnus Hengge von der Initiative sagte, das Geld werde unter anderem in Material für Öffentlichkeitsarbeit fließen, beispielsweise für Plakate. Weitere Verwendung findet das Geld für Expertenhonorare und Rechtsanwaltskosten.

Die Jury hob hervor, dass die Gründung eines Netzwerks, Beratung, Öffentlichkeitsarbeit und Organisation von Veranstaltungen wie Demonstrationen und Kundgebungen wichtige Teile der Arbeit von Bizim Kiez seien. Damit unterstütze die Initiative Betroffene auch auf politischer Ebene.

Bizim Kiez steht übersetzt für einen deutsch-türkischen Mix, der „unser Kiez“ bedeutet. Sie gibt es seit 2015, als sie sich zur Interessenvertretung des von Schließung bedrohten Geschäfts Bizim Bakkal an der Wrangelstraße zusammenfand.

Am 16. November macht sich Bizim Kiez wieder lautstark im Kiez bemerkbar. Bei Anbruch der Dunkelheit will man einen Laternenumzug veranstalten. Mit der Figur eines „widerständigen Kiezdrachens“ besuchen die Teilnehmer Orte, an denen Verdrängung droht oder wo diese abgewendet wurde. Dazu zählen in diesem Jahr die Häuser Häuser Glogauer Straße 9 und Reichenberger 86 und 86a in Kreuzberg. Für die Gebäude mit 28 Wohnungen hatte der Bezirk im September das Vorkaufsrecht gezogen. Im vergangenen Jahr nahmen rund 1000 Menschen am Umzug teil.